Leverkusen: Aus Frittenfett mach’ Biodiesel

Leverkusen : Aus Frittenfett mach’ Biodiesel

20 chemiebegeisterte Oberstufenschüler streifen in dieser Woche den weißen Kittel über. Beim fünftägigen Lanxess-Workshop experimentieren sie unter echten Laborbedingungen mit Zukunftsprodukten.

Da muss die Leidenschaft groß sein, wenn man die kostbarste aller Ferienwochen, die letzte nämlich, fürs Lernen opfert. Allerdings: nach Opfern sah das gestern nicht aus im Labor in Gebäude C 104 im Chempark: Da hantierten 20 Leverkusener Oberstufenschüler mit Reagenzgläsern und Apparaturen, in denen chemische Substanzen vermengt, getrennt und gefiltert wurden. Lanxess hat herausragende naturwissenschaftliche Talente aller vier Gymnasien der Stadt zum Chemie-Workshop eingeladen: fünf Tage an konkreten umweltfreundlichen Produkten der Zukunft experimentieren und parallel Wissen sammeln in Sachen unternehmerische Zusammenhänge. „Alles in sehr angenehmer Atmosphäre“, versicherte der 17-jährige David Drösser vom Lise-Meitner-Gymnasium beim Chemikalienmischen.

Baustein der Bildungsinitiative

Das Projekt an den drei Rhein-Standorten Krefeld, Leverkusen und Dormagen ist ein weiterer Baustein der Bildungsinitiative, die Lanxess in diesem Jahr startete. „Die Schüler sollen die konkrete Arbeit im Konzern kennen lernen“, berichtete Sprecher Frank Grodski. Beworben hatten sich für die Workshops an allen drei Standorten 60 Nachwuchsforscher. Für 40 gab es Platz in den Labors, die größte Schülerzahl stellten die Leverkusener Gymnasien.

Praktische Aufgabe der Schüler gestern: das Salz Magnesiumammoniumphosphat (MAP) herstellen, was künftig durchaus als Düngemittel (weniger schwermetallbelastet als andere Dünger) einsetzbar wäre. „Die Apparaturen an den beiden praktischen Tagen sind dieselben, heute hat der Aufbau etwas länger gedauert, dafür geht es morgen für das alte Frittenfett, aus dem wir Biodiesel machen wollen, rascher“, sagte Christian Rother, projektbetreuender Ausbilder bei Lanxess. Zur Seite stande den 20 Frischlingen im Labor zehn Azubis zum Chemielaboranten. Wer wer war? Kaum zu unterscheiden: Man trägt weiß Kittel mit petrolfarbenen Gummihandschuhen und Schutzbrille.

Während für die meisten anderen das große Labor eine brandneue Erfahrung war, hatte Theresa Wenger (18, Freiherr-vom-Stein-Gymnasium) bereits im Herbst vergangenen Jahres ein Praktikum bei Lanxess absolviert.

„Auf jeden Fall was mit Chemie“

Die Begeisterung für Chemie ist noch gestiegen. „Auf jeden Fall möchte ich einen Beruf mit Chemie erlernen“, berichtete sie. Vorerst wird sie heute mit dem alten Frittierfett hantieren müssen

(RP)