Aufbau des Busbahnhofsdachs startet in der Leverkusener City

City Leverkusen : Aufbau des Busbahnhofsdachs startet

Seit Dienstag werden die acht Stützen in Wiesdorf aufgestellt. Im Mai soll das Dach aufgesetzt werden.

Jetzt geht es los. Der neue Busbahnhof Wiesdorf,  vor allem wegen der zwischenzeitlich gestiegenen Kosten der herausstechenden Dachkonstruktion in der Leverkusener Politik heiß und heftig diskutiert, wächst nach oben. Dienstag haben die Stahlbauarbeiten für die Bedachung begonnen. Und die haben erstmal Ähnlichkeit mit einem überdimensionierten Puzzlespiel. Denn: die ersten Trichter, die als Stützen für die Dachkonstruktion des Zentralen Omnibusbahnhofs (ZOB) in der Wiesdorfer City dienen, sind in Einzelteilen im münsterländischen Nottuln gefertigt und beschichtet und ebenso  in Wiesdorf angeliefert worden. Sie werden erst vor Ort zusammengesetzt.

Die acht Ringfundamente für die später filigran-geschwungene Dachkonstruktion, der man vielleicht dann die satten 250 Tonnen Gewicht  nicht ansehen wird, ist ebenso wie die Verankerungen schon im vergangenen Jahr entstanden. Wolfgang Herwig, Chef der Technischen Betriebe Leverkusen (TBL), hatte da schon fasziniert vor den Fundamenten gestanden und ob ihrer Größe festgestellt, dass sie a) mächtig und b) später dann aber nicht mehr zu sehen seien.

Die Trichter aus Nottuln hätte eigentlich auch Ende vergangenen Jahres schon eingesetzt werden sollen. Da aber hatten die Absprachen mit Planern und Statikern nicht übereinander gepasst. Das kostete Zeit. Im Dezember kündigte Klaus Timpert von den TBL an: „Wir gehen davon aus, dass wir Ende Januar, Anfang Februar, die ersten Stützen einsetzen können.“  

Bis alle acht Stützen stehen, wird es Anfang Mai.  Und dann müssen die Temperaturen stimmen. Zehn Grad mindestens müssen es sein, damit das Dach aufgesetzt werden kann.

In großes zeitliches Hintertreffen geraten die Arbeiten durch die Stützen-Verzögerung aber nicht. Die TBL hatten diesen großen Schritt ohnehin für Mai 2019 geplant, exakt zwei Jahre nach dem Start der Arbeiten am Busbahnhof in Wiesdorf. Es ist der Höhepunkt der Arbeiten: für das Dach laut Timpert „müssen Architekt, Statiker, Planer, die TBL und die Produktionsfirma Hand in Hand arbeiten. Dieses Dach ist einmalig in Leverkusen.“

Stahlträger, Randkastenträger und Ringe spielen eine wichtige Rolle, damit schließlich die Dachmembran aufgezogen und gespannt werden kann. „Parallel werden neben den Dacharbeiten die Herstellung des Aufenthaltsraums für die Busfahrer sowie die Wartebereiche mit den erforderlichen Leitungsverlegungen, Pflaster-und Straßenbauarbeiten bei geeigneter Witterung durchgeführt“, heißt es von Stadt und TBL.  Was dann noch folgt ist quasi Tagesgeschäft: Installationsarbeiten, Pflaster, Bordsteine, Asphalt warten noch auf Vollendung.

Die soll insgesamt Ende Juni/Anfang Juli geschafft sein. Klaus Timpert und Wolfgang Herwig werden dann vermutlich ein Kreuzchen auf den Kalender machen. Nicht, weil der Jahresurlaub ansteht, sondern weil eine Baustelle mit etlichen Tücken nach mehr als zwei Jahren ihren Abschluss gefunden haben wird. 

Es gab  Beschwerden von den Händlern am Rialto-Boulevard, der überdachten Verbindung zwischen Busbahnhof/Bahnhof und der Wiesdorfer City, weil sie um fehlende Kundschaft wegen der Bauarbeiten fürchteten. Es gab Probleme bei der ersten Ausschreibung des Daches, weil zu wenige und vor allem zu teure Angebote bei den TBL eingereicht wurden.

Folge: erneute Ausschreibung und Zeitverlust. Zu Anfang nämlich war eine Bauzeit von eineinhalb Jahren vorgesehen. Nun werden es wohl knapp über zwei Monate mehr. „Es ist schon eine sehr aufwendige Baustelle, es gab heftige Gespräche zu Details, Zeitabläufen, Finanzierung. Wir sind froh, wenn der Busbahnhof fertig ist“, hatte Herwig im Dezember gesagt. Und außer ihm werden wohl auch die Händler und die Reisenden dann einmal tief durchatmen.

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