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Auf Leverkusener Friedhöfen fehlen Kolumbarien

Friedhöfe in Leverkusen : In Manfort fehlen Kolumbarien

CDU und SPD wollen die Zahl der oberirdischen Urnengrabstätten aufstocken.

Kolumbarien gab es schon bei den alten Römern. Doch die pflegeleichten oberirdischen Nischengrabkammern sind heute offenbar beliebter denn je. Auf dem Manforter Friedhof sind sie derzeit sozusagen „ausverkauft“. Deshalb will die CDU nachrüsten und hat in einem Ratsantrag 50 neue Grabkammern angefordert. Der Antrag wird erstmals Mitte März in den Sitzungen der Bezirsvertretungen beraten.

„Kolumbarien sind bei Angehörigen gern genommene Orte für die Beisetzung, da sie ein fester Anlaufpunkt zur Trauer sind und Möglichkeit zur Individualisierung bieten“, heißt es in dem Antrag.  „Bis in den nächsten fünf Jahren neue Nischen frei werden, sind 50 Nischen auf dem Friedhof Manfort als ,Überbrückung’ notwendig.“ Die SPD geht noch einen Schritt weiter. In einem Ergänzungsantrag  fordert sie,  auch andere städtische Friedhöfe mit Kolumbarien auszustatten.  „Das gilt vor allem für die städtischen Friedhöfe, die bislang noch über keine Kolumbarien verfügen“, schreibt die  SPD.

 Auf dem Friedhof Manfort gibt es derzeit bereits 742 Kolumbarien. Insgesamt stehen auf den städtischen Friedhöfen 1400 Urnenkammern, beschreibt die Stadtverwaltung den aktuellen Stand.  Damit sei der Friedhof Manfort gegenüber dem gesamtstädtischen Bestand schon jetzt deutlich überrepräsentiert. Die Friedhofsverwaltung habe  daher schon vor einigen Jahren begonnen, auch auf den anderen Friedhöfen Kolumbarien aufzustellen, um den Bedarf in den anderen Stadtteilen abzudecken. Im laufenden Jahr sei  der Bau von 72 weiteren Kolumbarien auf dem Friedhof Reuschenberg geplant. Außerdem sollen auf dem Friedhof Lützenkirchen, wo es bislang keine solche Gräber gibt, noch in diesem Jahr 60 Urnenkammern gebaut werden. Die entsprechenden Baubeschlussvorlagen an die Bezirksvertretungen für die Stadtbezirke II und III sind laut Verwaltung für eine Beratung im Mai in Vorbereitung.

Doch gießt die Friedhofsverwaltung auch Wasser in den Wein all jener, die mehr Urnengrabkammern wollen. „Der Neubau von Kolumbarien wird jedoch im Hinblick auf die zunehmende Anzahl von nach Ablauf der Ruhefristen freiwerdenden Kammern künftig verhaltener ausfallen als in früheren Jahren, um keine, womöglich über den langfristigen Bedarf hinausgehenden Investitionen zu tätigen“, heißt es in der Stellungnahme der Verwaltung weiter.

  Strategisches Ziel sei  die „Bedarfsdeckung durch Wiederbelegung“. In den nächsten Jahren würden jährlich  etwa 20 Kolumbarien  nach  Ablauf der Ruhefrist frei. „Die Anzahl wird in späteren Jahren langsam aber kontinuierlich ansteigen. Die Friedhofsverwaltung wird die Entwicklung laufend beobachten“, heißt es in dem Papier.