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Auf Kaperfahrt durch Leverkusen

Spielplätze unter der Lupe : Auf Kaperfahrt durch Leverkusen

155 Spiel- und Bolzplätze gibt es im Stadtgebiet. Kontrolleure prüfen regelmäßig, ob die Spielgeräte darauf noch sicher sind und ob der Sand gereinigt werden muss.

 Kinder lieben die Kletterlandschaft und den hohen Rutschturm im Neulandpark. Ebenfalls beliebt – wie sich an den Abnutzungsspuren leicht erkennen lässt – sind Themenspielplätze, zum Beispiel das Schiffswrack am Opladener Weiher oder der Seilgarten im Ophovener Mühlenbachtal. Manche Mini-Spielparadiese sind vor allem wegen ihrer guten Lage stark frequentiert, beispielsweise an der Hitdorfer Fähre.

Insgesamt 155 Spiel- und Bolzplätze mit 622 Spielgeräten stehen Kindern in Leverkusen zur Verfügung. Obwohl freie Flächen seltener und Wohnbebauungen dauernd stärker geworden sind, brauchen Kinder schließlich einen Ort, an dem sie nach Herzenslust toben können.

Früher waren die Kleinen – unabhängig von der Jahreszeit und vom Wetter – meistens noch im Freien unterwegs, rannten über Wiesen und Felder. An solche Erlebnisse kann sich Ulrich Hammer genau erinnern, der seine Kindheit in Bochum verbrachte. Heute lebt der 61-Jährige in Leverkusen und kümmert sich als Abteilungsleiter des Fachbereichs Stadtgrün um Unterhaltung und Pflege von kindlichen Erlebniswelten, sprich: von städtischen Spielplätzen.

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Kriterien zur Errichtung von Spielflächen sind – neben einer Eignung für verschiedene Altersgruppen, Sicherheit (alle Geräte werden vom TÜV abgenommen), Nachhaltigkeit, Qualität und Robustheit – vor allem verfügbare und baurechtlich geeignete Areale. So, wie in Neubaugebieten. Weitere Spielflächen werden deshalb in Hitdorf-Ost, am Fester Weg in Lützenkirchen und im Grünzug Am Scherfenbrand in Schlebusch installiert, während die vorhandenen Tummelplätze Am Stadtpark und im Erholungshauspark in Wiesdorf demnächst umgestaltet werden.

„In einigen Stadtteilen ist die Versorgung gut. In dicht besiedelten Stadtteilen wie Manfort oder Küppersteg ist sie noch ausbaufähig“, konstatiert Hammer. Ein nachträglicher Ausbau, ergänzt der Experte, sei wegen fehlender Freiflächen meistens schwierig. Deshalb liegt der Fokus nicht zuletzt auf dem Erhalt von städtischen Spielanlagen.

Zur Überprüfung sind zwei Spielplatzkontrolleure regelmäßig unterwegs. Alle zwei Wochen überprüfen sie die Geräte optisch, alle drei Monate funktionell. „Die Männer rutschen und schaukeln dann auch schon mal“, erklärt Hammer.

Ein weiteres Team kümmert sich alleine um Reparaturen. Oder um die Reinigung des Sandes. Dieser wird alle zwei Jahre bis in eine Tiefe von 40 Zentimeter maschinell durchgesiebt und tiefengereinigt. Ein vollständiger Austausch sei nur bei „außerordentlicher Verschmutzung“ üblich, erklärt Hammer.

Bei den jährlich anstehenden Hauptuntersuchungen werden sogar Fundamente freigelegt, um festzustellen, ob Geräte noch standfest sind. So ist gewährleistet, dass alle Spielgeräte rechtzeitig ausgetauscht werden, noch ehe sie defekt sind. Etwa, weil das Holz morsch geworden ist. Das ist in der Regel nach zehn bis 15 Jahren der Fall.

Als Beispiel nennt Hammer das Spielschiff im Rheinuferpark, das am Jahresende nach 17 Jahren ausgedient hatte und ersetzt werden musste. Wie sein Vorgängermodell bietet auch das neue Spielschiff insbesondere am Piratenturm mit Mastkorb diverse Klettergelegenheiten, aber auch eine Rutsche und die Möglichkeit zu Rollenspielen.

„Seit 20 Jahren sind wir dazu übergegangen, Holzgeräte mit Standfüßen aus Stahl zu verwenden“, berichtet Hammer. „Die sind vielleicht nicht ganz so kindgerecht, halten aber wesentlich länger. Außerdem ist es den Kindern egal, aus welchem Material die Pfosten gefertigt sind.“

Damit das Spielvergnügen der Kinder ungetrübt ist und bleibt, werden die Spielplätze darüber hinaus gärtnerisch gepflegt. Diese Aufgabe übernehmen die Spielplatzkolonnen des Fachbereichs Stadtgrün.