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Leverkusen: Auf der Spur der Riesenwelse

Leverkusen : Auf der Spur der Riesenwelse

Der zwei Meter lange Wels, den eine Taucherin im Stöckenbergsee in Leverkusen fotografiert hat, ist nichts Ungewöhnliches. Die riesigen Raubfische machen sich über die anderen Fische her und sind bei Anglern wenig beliebt.

Die Angel sollte schon knochenhart und die Schnur reißfest sein — doch die Riesenwelse im Stöckenbergsee lassen sich nicht so einfach aus der Reserve locken. Auch wenn Arthur Paul Taus vom Sportanglerverein Bayer Leverkusen vom "ganz exzellenten Fleisch" schwärmt, sind die Welse bei den Anglern nicht beliebt:

"Wenn der Fisch 1,50 Meter oder größer ist, muss er 20 Kilogramm Weißfisch fressen, um ein Kilogramm zuzunehmen", so der Geschäftsführer des Vereins, der unter anderem auch den Stöckenbergsee bewirtschaftet. Die Raubfische, Europas größter Süßwasserfisch, vernichten zu viel vom Fischbestand, lassen sich aber nicht so einfach fangen.

Die Waller, wie die Fische in Süddeutschland und Österreich genannt werden, schmecken aber trotz ihrer Größe von bis zu zwei Metern. Denn die Raubfische sind nicht so träge wie Karpfen, die am Boden gründeln. "Welse sind nicht so bequem wie die Karpfen, sie schwimmen volle Pulle wie Zander oder Hecht", sagt Koch Oliver Karasin vom Fischhaus Leverkusen. "Häufig wird Wels gekocht, das kann man ganz einfach auf Wurzelgemüse anrichten", so der Fisch-Experte. "Oder in Mehl wenden und dann in geklärter Butter braten. Im Rheinland gibt es dann häufig Stampfkartoffeln, in Bayern Salat dazu."

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Vor etwa zwei Jahren haben die Leverkusener Angler am Stöckenbergsee einen Wels gefangen. "Der war ungefähr 1,50 groß. Im freien Wasser hat er dann keine große Chance", erinnert sich Arthur Paul Taus. Auch Kaliber von bis zu zwei Metern wie in Hitdorf oder wie "Kuno, der Killerwels" aus Mönchengladbach brauchen einen leckeren Köder: ein "Wurmbündel" schlägt Taus vor — lebende Fische sind verboten, auch wenn die nachtaktiven Welse damit eher aus der Reserve zu locken wären. Auch im Ebro und seinen Stauseen in Spanien sind Welse sehr verbreitet und locken viele Angler, die Bayer-Sportangler setzen lieber andere Fische aus. "Das wäre sonst kontraproduktiv."

Vor die Linse bekommen hat die Welse Friederike Kremer-Obrock, sie ist Taucherin und fertigt für das Leverkusener Umweltamt Unterwasser-Gutachten an. Ansonsten ist das Schwimmen im Stöckenbergsee verboten, dafür gibt es den benachbarten Hitdorfer See. Wen das klare Wasser dennoch anlockt, muss damit rechnen vom Ordnungsdienst der Stadt verjagt zu werden.

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(irz/jco)