Kultur- und Freizeitangebot Ukrainische Kinder lernen Wiesdorf kennen

Wiesdorf · Bei einem Spaziergang präsentierten Gästeführer ukrainischen Kindern und Erwachsenen das Kultur- und Freizeitangebot des Stadtteils.

 Roland Hartmann, stellvertretender Vorsitzender der GästeführerInnen, hat eine App zum Kennenlernen von Wiesdorf entwickelt.

Roland Hartmann, stellvertretender Vorsitzender der GästeführerInnen, hat eine App zum Kennenlernen von Wiesdorf entwickelt.

Foto: Miserius, Uwe (umi)

Wissen, wo die Bahn fährt oder wo ein Instrument erlernt werden kann. Das erfuhren ukrainische Flüchtlingskinder und ihre Eltern jetzt beim Stadt-Spaziergang durch Wiesdorf. Angeleitet von Ellen Lorentz,  Vorsitzende der GästeführerInnen Leverkusen und Bergisches Land, wurden der Stadtteil und sein kulturelles Angebot erkundet.

Der Spaziergang startete an der Musikschule in der Friedrich-Ebert-Straße und führte die Teilnehmer zu wichtigen Stationen wie der Rathaus-Galerie oder dem Busbahnhof Leverkusen-Mitte.

Auch kulturelle Angebote stellte die Gästeführerin vor. Jürgen Ohrem, Leiter der Musikschule, hieß die Menschen willkommen und informierte über das musikalische Angebot. Ukrainische Flüchtlinge müssen die ersten Monate nichts für den Musikschulunterricht bezahlen. Kinder und Eltern dürfen sich nach den Ferien jederzeit für den musikalischen Unterricht anmelden. Auch Detlev Prößdorf, Pfarrer der Christus Kirche, begrüßte die Gruppe und berichtete von den kulturellen Angeboten der Gemeinde. Darunter ein einfacher Deutschkurs für Hinzugezogene mit verschiedenen Sprachen. Parallel dazu gebe es eine Kinderbetreuung.

In der Stadtbibliothek können verschiedensprachige Bücher ausgeliehen werden, darunter russische Literatur. Auch gibt es dort die Möglichkeit, sich eine ruhige Ecke zum Arbeiten zu suchen und die kostenlosen Wifi-Tickets in Anspruch zu nehmen.

In Zukunft können die Menschen Wiesdorf auch auf eigene Faust erkunden. Dafür hat der Gästeführer-Verein kurzfristig eine App programmiert, die zu zehn Stationen führt. „Wir wollten etwas tun und haben die Initiative ergriffen.“, erzählte Lorentz. Die kostenlose App mit dem Namen „Lialo“ leite sowohl auf Deutsch als auch auf Ukrainisch durch den Stadtteil. Aktuell könne die ukrainische Version noch Übersetzungsfehler haben. Diese sollen jedoch bald mit Hilfe von Anton und seinem Vater Oleg Getmanchuk behoben werden. Beide begleiteten die Stadtführung und übersetzten abwechselnd ins Ukrainische. Sie selbst leben bereits rund zehn Jahre in Deutschland.

Bei sich aufgenommen haben sie Nikolai und seine Mutter aus Kiew. Sie seien kurz vor dem Krieg nach Leverkusen gekommen, um ihre Verwandten zu besuchen. Zu Gast sein wollten sie ursprünglich ein paar Wochen, doch wegen des Krieges mussten sie in der Stadt bleiben. „In den nächsten Wochen, Monaten oder vielleicht Jahren werden sie nicht nach Kiew zurückkehren“, übersetzte Anton Getmanchuk für Nikolai. Vorerst bleiben sie bei den Verwandten und suchen eine Anstellung. Zudem versucht Nikolai, seinen Hobbys nachzugehen: einen Kurs zum Zeichnen belegen und ins Fitnessstudio gehen.

Begeisterung kam bei den Kindern indes auf, als sie am Kinopolis vorbeigingen. Um direkt zu erkennen, dass es sich um ein Kino handelt, brauchte es natürlich keine Übersetzung.

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