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Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt: Auch eine Bürgerbewegung

Postskriptum Diese Woche In Unserer Stadt : Auch eine Bürgerbewegung

Es gibt derzeit vieles, was den Bürger bewegt, zumindest innerlich. Mancher ärgert sich gerne über die neuesten Nachrichten am Fernseher, die meistens Schlechtes verkünden, oder über die Grillrauchschwaden des Nachbarn, die im verlässlichen Zeittakt in seinen Garten wehen. Dann ist da der vielzitierte Wutbürger, dessen Herzfrequenzkurve gerne steil auf und absteigt, wenn er durch mehr oder weniger gerechtfertigte Forderungen des Allgemeinwohls einen Nachteil für sich persönlich wittert. Ob Straßenpläne, Müllgebühren oder Krankenkassenbeiträge - ein Ärgernis kommt selten allein. Und dann sind da Bürger, die sich bewegen, weil sie nicht gegen, sondern für etwas sind. Für Sauberkeit zum Beispiel. 8134 Anmeldungen hatte die Stadtverwaltung schon am Mittwoch für den Leverkusener Putztag "Wir für unsere Stadt" registriert. Fast ein Rekord, und immerhin ein Zehnjahres-Hoch, denn nur 2006 waren es mehr Teilnehmer.

Es diejenigen, die nicht meckern oder protestieren, sondern anpacken, weil sie überzeugt sind, dass Sauberkeit die Stadt lebenswerter macht. Es sind Schüler, Sportler, Menschen aus Bürgergemeinschaften, Parteien, Vereine, Kitas, die in ihrer Freizeit zum Müllsack greifen, obwohl sie bei dem angekündigten schönen Wetter auch tausend andere Dinge tun könnten. Im Volksmund werden die tapferen Helfer durchaus liebevoll "Putzteufel" genannt, obwohl es ja eigentlich "Engel" sind. Die "Teufel" sind die anderen. Es sind diejenigen, die ihren Abfall einfach auf Straßen, Wege, in Flüsse und ins Gelände kippen, aus kriminellen Motiven oder nur aus purer Gedankenlosigkeit. Einmal im Jahr aufräumen, wird nicht reichen, auch das dürfte jedem klar sein. Und doch setzt diese gut organisierte Leverkusener "Bürgerbewegung" ein wichtiges Zeichen. Es lautet: Unsere Stadt ist uns wichtig, und wir nehmen uns Zeit für sie. Diese Menschen halten die Stadt nicht nur sauber, sondern auch in Bewegung, sie zeigen uns, wie wichtig Bürgersinn sein kann. Wie sagte Kennedy so treffend: Frag nicht, was deine Stadt für dich, sondern was du für deine Stadt tun kannst ... oder so ähnlich.

(bu)