Asbestgefahr in Leverkusener Schule

Realschule Am Stadtpark : Asbestgefahr blockiert Sanierung

Das Gebäude der Realschule Am Stadtpark ist marode. Mängelliste zeigt erschreckendes Ausmaß der Schäden. Politischer Vorstoß im Stadtrat.

Seit vielen Jahren wartet die Realschule Am Stadtpark auf die Sanierung des Schulgebäudes. Geschehen ist bisher nichts. Nun kommt offenbar Bewegung in den Vorgang. Die Bürgerliste will den Sanierungsfall endlich mit Nachdruck auf die politische Tagesordnung setzten und hat einen entsprechenden Antrag an die Ratsgremien eingebracht. „Die Sanierung der Schule ist dringend nötig“, sagt Bürgerlisten-Chef Erhard Schoofs. Sein Ziel: „Bis zur Haushaltsplanberatung sollte eine feste Planung für die Sanierung vorliegen.“

Begleitend hat die Schulleitung eine Prioritätenliste für die Verwaltung erstellt, die das ganze Ausmaß der Mängel zeigt. Dabei weist die Schule auf ein besonderes Problem hin: „Jede Maßnahme wird aktuell durch die Asbestproblematik ausgebremst: Es darf kein Bild aufgehängt, kein Whiteboard angebracht, kein Regal befestigt werden.“

Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich dadurch, dass die Realschule derzeit „Gäste“ hat. Wegen der laufenden Schulsanierung der Katholischen Hauptschule (KHS) Am Hederichsfeld mussten 350 Schüler 2016 ausweichen und in den „Glaspalast“ der Realschule am Stadtpark ziehen. Somit stehen keine Ausweichräume zur Verfügung. „Wenn man auf eine Containerlösung verzichten möchte, kann jede größere Maßnahme erst mit dem Auszug der KHS beginnen“, heißt es in dem Papier der Realschulleitung.

Als besonders dringlich sieht die Schulleitung die Sanierung der Dreifachsporthalle an. Halle, Flure, Umkleide und Duschen seien marode. Aber auch das Schulgebäude selbst brauche dringend eine grundlegende Renovierung. In der Prioritätenliste explitzit genannt werden die Schüler- und Lehrertoiletten, der Naturwissenschaftliche Trakt und die Fenster der Klassenräume. „Die Fensterrahmen sind teilweise noch aus Holz und in einem sehr schlechten Zustand. Sie schließen nicht mehr richtig und lassen sich auch nicht mehr öffnen.“ In einigen Räumen müssten  strombetriebene Radiatoren aufgestellt werden, um sie ausreichend zu wärmen. In den Klassenräumen gebe es Putzschäden, die ausgebessert werden müssten. 2017 wurden mit Unterstützung des Jobcenters etwa 20 Klassenräume gestrichen, aber nur die Längsseiten. Die Stirnseiten seien mit dunkler Holzvertäfelung aus den 70er Jahren belegt und machten die Räume dunkel. Es fehlt ein Internetzugang und die digitale Ausstattung sei unzureichend. So verfüge die Schule mit ihren 850 Schülern über zwei PC Räume, davon einer in Klassenstärke sowie 15 Laptops und 15 Tablets.

Wiederholt weist die Schulleitung in ihrem Papier auf die Asbestbelastung der Schule hin, die die Sanierung blockiere. Deshalb solle „die Asbestsanierung mit einer Modernisierung und der Schaffung neuer Räume einhergehen. Ein neues Raumkonzept sei nötig  mit Differenzierungsräumen, Teamräumen, Lehrerarbeitsräumen, Besprechungsräumen sowie Aufenthaltsräumen. Das Modernisierungskonzept solle zudem an die Zielvorstellung einer Ganztagsschule angepasst werden, die von der Schulgemeinschaft geteilt und festgelegt wurde. So sei etwa auch Raum für eine Mensa nötig. Dass die Schule in einen Ganztagsbetrieb gehen soll, hatte der Stadtrat im Mai 2018 beschlossen. „Sanierungen sind geplant“, heißt es aus dem Rathaus.  Die Verwaltung wolle dazu konkrete Gespräche mit der Schule aufnehmen.

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