„Art Tonale“ sorgt in der Marienschule für gesungene Wellness

Ungewöhnliches Konzert in der Marienschule : „Art Tonale“ sorgt in der Marienschule für gesungene Wellness

Nach einem Konzert im Wald fasziniert der Chor jetzt mit einem Programm zwischen gemütlichen Sitzsäcken und in atmosphärischer Beleuchtung.

Gemütlich legte sich Christa auf die Récamiere in der Aula der Marienschule. Die war mit gemütlichen Liegen, Stühlen und Sitzsäcken vollgestellt. Hin und wieder, erzählte Christa, seien ihr die Augen zugefallen. Und damit hatte der Chor „Art Tonale“ sein Ziel für das abendliche Konzert erreicht.

Wellness für Ohren, Körper und vor allem Geist hatten die einstündigen Darbietungen in verscheidenen Sprachen sein sollen – der Plan ging auf. Die geschätzt 70 Zuhörer saßen sich in einem Kreis gemütlich gegenüber, während die Protagonisten sich je nach Stück um das Publikum herum verteilten. Das, so betonte Vereinsvorsitzende Marita Ritter, gereiche den Darbietungen zum Vorteil.

In der Tat wurde das Klangerlebnis ein besonderes. Stimmgewaltig kam der Chor daher, klar und rein wie die Morgenluft nach einem nächtlichen Gewitter. Die Stimmen wirkten wie eine Einladung, unschuldig und wie vertraut. Auch deshalb konnten sich große Teile das Publikum völlig in ihren Gedanken verlieren. Es machte die Augen zu, Kinder ließen ihre Köpfe auf die Sitzsäcke fallen und lauschten der Musik.

Verantwortlich für diese ganz eigene und andere Art der Darbietung war Chorleiter Volker Wierz. „Ich denke mit gerne mal etwas Neues aus, bin experimentell“, sagte der 56-Jährige. Das zeigte sich bereits im Vorfeld, als die Gruppierung vor einiger Zeit ein Konzert mitten im Wald gab – schon damals wuchs der Einfall im Kopf des Dirigenten, der sein Ensemble teils auf dem Klavier begleitete. In erster Linie habe er seine Zuhörer dabei im Gedächtnis. So erläuterte der Gesangspädagoge, mit seinen Konzerten wolle „Art Tonale“ seinen Gästen etwas Gutes tun. Und wie erwähnt sollte dieses Vorgaben wunderbar gelingen. Auch Christa war beseelt, fand das Konzert wunderschön. Wohin aber genau die Musik ihre Gedanken mitgenommen hatte, wollte sie nicht sagen: „Ach, überall hin“, bemerkte sie vielsagend und lächelte.

Schon 2012 fanden sich die Sänger von „Art Tonale“ zusammen, studierten Lieder ein. Zu einem Verein wurden sie 2014. Insgesamt zählt er 25 Mitglieder, die am Samstagabend in der Aula der Marienschule alle ums Publikum herum sangen.

Um den großen Raum im Keller des Gymnasiums heimelig zu gestalten, gewann der Chor Marius Krüger, der in der Technik-AG der Schule ist und den Konzertsaal in angenehmes Licht tauchte. Die Lichterkette auf der den ganzen Abend unbenutzen Bühne wirkte wie ein kleiner Sternenhimmel. So fügte sich auch der Titel des Abends gut ein: „Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus“.