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Anit-Konflikttraining in der Schule - den Rüpeln die Grenzen zeigen

GGS Am Friedenspark : Den Rüpeln die Grenzen zeigen

Beim Anti-Konflikttraining lernen Schüler, auf dem Schulhof eine gute Figur zu machen.

Ruhig redet Christian Rickers auf die Kinder der GGS Am Friedenspark ein. Der 28-Jährige ist sich seiner Position bewusst, vermittelt in den nächsten eineinhalb Stunden eine wichtige Nachricht an die Erst- bis Viertklässler: Lasst euch nicht unterkriegen, wehrt euch gegen Mobbing auf die richtige Weise.

Rickers studierte Sportwissenschaften, kommt gut bei den Kindern an. Das Anti-Konflikttraining, bei dem er seit elf Jahren Grundschülern das richtige Verhalten in derartigen Stresssituationen beibringt, findet seit Jahren an Schulen in ganz Deutschland statt. Schätzungsweise 600  bis 700 Lehranstalten nahmen das Programm bereits in Anspruch. Darunter sind eine Hand voll in Leverkusen.

„Ich mache euch stark – in den Armen, im Kopf und vor allem im Herzen“, sagt Rickers zu Beginn. Drei Wochen dauert das Programm insgesamt, schließt Lehrer und Eltern mit ein. Die nämlich erhalten getrennt von ihren Schützlingen ein paar Lehrstunden. Auf den Elternabenden war das angekündigt worden. „Wir haben einige positive Rückmeldungen bekommen“, berichtet Schulleiterin Ilona Veverka.

Mit dem Anti-Gewalttraining besitzt ein Großteil des Kollegiums bereits Erfahrung. Schon an der Sternenschule hatte es ein solches Training gegeben. „So kam im Kollegium der Wunsch auf, das  noch mal zu machen“, erläutert Veverka.

Am liebsten, betont sie, würde die GGS Am Friedenspark das Projekt alle zwei Jahre an die Schule holen, um das Gelernte immer wieder aufzufrischen. Doch das hänge wie so oft an den Bewilligungen der bereits beantragten Fördergelder, wie die Schulleiterin erzählt. In diesen Tagen griff der Schule die Stiftung der Sparda-Bank unter die Arme.

Das Training mit dem jungen Coach scheint sich jedenfalls auszuzahlen. Die Kinder sind mit Eifer dabei, hören aufmerksam zu und vollziehen die Übungen. Vor allem aber verinnerlichen sie die übermittelte Nachricht: Lasst euch nicht ärgern.

Die Stopp-Hand scheint dabei in den vergangenen Tagen besonders in den Köpfen hängengeblieben zu sein. Dabei zeigen die Kinder ihrem Gegenüber deutlich die Grenzen auf. „Sie nehmen das als Rezept“, berichtet Christina Ohm-Wagner, die in der Offenen Ganztagsschule wochentags von insgesamt 270 Kindern umgeben ist. Das Training mache sich demnach durchaus bemerkbar – auch wenn das Erlernte nach einiger Zeit teilweise noch mal wiederholt werden müsse, ergänzt sie.

Für Trainer Christian Rickers geht es in einigen Tagen zur nächsten Schule. Theoretisch unterrichtet der Coach von der ersten bis zur zehnten Klasse Gewaltfreiheit.