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Amtsgericht: Mann soll Auffahrunfall provoziert haben

Streitigkeit am Amtsgericht : Mann soll Auffahrunfall provoziert haben

Das Amtsgericht sollte herausfinden, ob ein 49-Jähriger einen Unfall in Quettingen bewusst herbeiführte.

Ein Auffahrunfall an der Kreuzung Borsigstraße/Fixheider Straße vom 27. August 2018 beschäftigte jetzt das Amtsgericht in Opladen. Ein Mann soll beim Einbiegen auf die Stadtautobahn seinen Wagen derart abrupt zum Stehen gebracht haben, dass der darauffolgenden Fahrer ins Heck des vermeintlichen Unfallverursachers stoß.

Das ganze Dilemma soll laut Anklage bereits an der nahegelegenen Ampel auf der Quettinger Straße seinen Anfang genommen haben. Dass das spätere Opfer während der dortigen Grünphase nicht gleich losfuhr, habe den beschuldigten 49-Jährigen so in Rage versetzt, dass er sich gezwungen sah, dem Verursache einige hundert Meter später eine Lektion zu erteilen.

Der Angeklagte verneinte die Tat. Ihm seien die Gegebenheiten am Unfallort nicht geläufig gewesen. Aufgrund eines dortigen Verkehrsschilds habe er leicht abgebremst, bekundete er. Dass er nach dem Auffahrunfall die Fassung verloren habe, gab er hingegen zu: „Da waren ein paar Emotionen dabei.“

Sein Unfallgegner sah die Sache anders. Der Beschuldigte habe sich bereits an der Ampel fürchterlich aufgeregt. In der Kurve auf die Stadtautobahn sei er dann ohne Vorwarnung und Grund in die Eisen gestiegen. „Ich habe nur noch die roten Rücklichter gesehen“, beschrieb der 60 Jahre alte Mann. Der Beschuldigte ließ seinen Kopf auf die verschränkten Arme sinken.

So verblieb dem Gericht eine undankbare Aufgabe. Es stand Aussage gegen Aussage. Die Zeugenaussagen zweier Busfahrer blieben darüber hinaus wenig ergiebig. Sie hatten die Unfallhergang nicht beobachtet.

Ein Einstellung lehnte der Angeklagte jedoch ab. Das sei mit einer Geldauflage von 2000 Euro bereits schon einmal an ihn herangetragen worden. „Ich fühle mich unschuldig“, betonte er.

Den Tatvorwurf, der eine Schadensabsicht voraussetzt, sahen auch Staatsanwaltschaft und Gericht nach der Beweisaufnahme nicht als erwiesen. Und so wurde der Mann schließlich freigesprochen.