Amtsgericht Leverkusen: Mann verkauft gestohlenes E-Bike – Bewährung

Schwerer Diebstahl : Mann verkauft gestohlenes E-Bike – Bewährung

(brü) Langjähriger Drogenkonsum rafft nicht nur den Körper dahin, er frisst auch ein gewaltiges Loch in den Geldbeutel seiner Opfer. Über eine besonders dreisten und zugleich auch traurigen Art der Beschaffungskriminalität musste jetzt das Amtsgericht Leverkusen urteilen.

Demnach hatte ein Mann im Sommer des vergangenen Jahres in der Fußgängerzone Opladen ein E-Bike entwendet, um es nach dem Knacken des Schlosses mit mächtig Gewinn zu verkaufen. 2400 Euro hatte das Rad einst beim Händler gekostet – doch zum Verkauf auf der Straße kam es nie, und der Mann wurde im Keller eines Hauses auf frischer Tat von Polizeibeamten erwischt – da halfen keine Ausreden.

So gab der Drogensüchtige den Vorwurf auch vor Gericht schnell zu. „Ich weiß, dass das Mist war“, sagte er zu seinem Verhalten. Er habe an jenem Tag sein Geld, das er vom Amt bekommt, verloren, seine Taschen seien völlig leer gewesen. Noch am Morgen desselben Tages habe er Flaschen gesammelt – viel sei dabei aber nicht rumgekommen. „Ich musste sehen, dass ich irgendwie an Geld komme“, bekräftigte der Angeklagte seine Situation vor dem Richter. Unbekannt ist der Mann dem Gericht nicht, ist er doch bereits einschlägig vorbestraft. Dazu verhalf ihm auch seine rund 20-jährige Drogenkarriere, die ihn schließlich in die derzeitige Obdachlosigkeit trieb. Die stellt ein großes Problem dar, so betonte es die Betreuerin des Mannes in ihrer Aussage: „Es ist sehr schwer, jemanden aus der Obdachlosigkeit in eine Therapie zu bekommen.“ So zögen sich ihre Bemühungen bereits seit einiger Zeit hin.

Der Betroffene selbst würde gerne eine Einrichtung für Suchtkranke besuchen und dort an seinem Laster arbeiten. „Ich bin niemand“, sagte der Beschuldigte, „der vom Arbeitslosengeld leben will.“ Er wolle ein normales Leben führen, die bisherigen Bekanntschaften abbrechen und suche einen Neustart, versicherte er.

Das Gericht sah die Reue des Mannes und verhängte unter Berücksichtigung der Umstände sieben Monate auf Bewährung – als Auflage erhält der Mann, dass er eine Therapie machen muss. „Das akzeptiere ich“, sagte der Verurteilte.