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Amtsgericht: Knapp eineinhalb Jahre Haft für Einbruch

Amtsgericht Opladen : 16 Monate Haft für Einbruch

Noch in seiner Bewährungszeit steigt ein 39-Jähriger am Feldsiefer Weg ein. Er habe unter großen Druck gestanden, sagt der Angeklagte. Die Verteidigung fordert eine Bewährungsstraße, dem kommt der Richter nicht nach.

Am 9. Januar wird ein 39 Jahre alter Mann von der Polizei bei einem Einbruch im Erdgeschoss eines Hauses am Feldsiefer Weg erwischt und gestellt. Wegen dieser Haupttat und einer weiteren Anklage musste er sich vor dem Amtsgericht Leverkusen rechtfertigen.

Demnach soll er Anfang Januar in die Wohnung in Lützenkirchen über den Balkon, auf den er geklettert war, eingedrungen sein, indem er die Verglasung der dortigen Tür eintrat. In den vier Wänden soll der Mann laut Anklageschrift Wertsachen eingesteckt und einen Tresor aufgebrochen haben. Dabei erbeutete er 1560 Euro und verursachte an der Tür einen Sachschaden von 5000 Euro. Die Polizei nahm den 39-Jährigen bei seinem Fluchtversuch im Garten des Hauses fest.

Aufgrund der Festnahme kurz nach der Tat gab der Mann die Anschuldigungen zu. Die Verteidigung betonte, ihr Mandant habe zu diesem Zeitpunkt finanzielle Schwierigkeiten gehabt. „Ich stand ziemlich unter Druck“, erklärte sich der Beschuldigte.

Betrunken sei ihm dann die Idee gekommen, in das Haus einzusteigen. Dass es ausgerechnet diese Wohnung wurde, sei ein Zufall gewesen. Mit dem gehegten Tatvorsatz habe er nur eine Möglichkeit gesucht, bei der er „nicht erwischt werden“ würde.

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Zwar lebe der Mann nun in festen Verhältnissen, einen stabilen Beruf habe er jedoch nicht, stellte das Gericht fest. Zudem belastete seine Bewährungshelferin den Mann in ihrer Einschätzung sehr. So habe es vier Treffen gegeben, nur zwei davon zielführend. Und in diesen sei eine Kommunikation schwierig gewesen. „Klare Gespräche waren nicht möglich“, berichtete sie. Eine gute Sozialprognose konnte sie ihm so nicht ausstellen – auch, weil der Mann wegen Einbruchs mehrfach vorbestraft ist und die Tat im Januar während einer laufenden Bewährung verübte.

Im Hinblick auf das zu erwartende Urteil stellte das Gericht die zweite Anklage gegen ihn ein. Dabei soll es einen Streit zwischen dem Beklagten und einem Mann gegeben haben, bei dem der 39-Jährige seinem Gegenüber ins Gesicht geschlagen haben soll.

Die Staatsanwaltschaft forderte ein Jahr und vier Monate Haft, die Verteidigung pochte auf die ungeplante Tat und auf eine Bewährungsstrafe. Das Gericht zeigte sich nicht überzeugt: der Mann muss für ein Jahr und vier Monate ins Gefängnis.