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Leverkusen: Ameisen fehlen: Grünspecht in Gefahr

Leverkusen : Ameisen fehlen: Grünspecht in Gefahr

Im neuen Programm des Bundes der Umwelt-und Naturschützer Deutschlands (BUND) können Naturliebhaber beispielsweise Wasservögel und Fledermäuse beobachten, sich mit Wildbienen und Wespen vertraut machen oder Vogelstimmen lauschen. Das Programm stellten gestern Ingrid Mayer, Sprecherin der Kreisgruppe des BUND, und Erich Schulz, Vorsitzender des NABU Leverkusen, vor.

Über den Vogel des Jahre 2014 sagte Schulz, der Grünspecht sei in Leverkusen sicherlich leichter zu hören, als zu sehen. Der Grünspecht brauche alte Bäume, um zu brüten und ungedüngte Flächen, um ausreichend Nahrung zu finden. Denn 90 Prozent seiner Nahrung bestehen aus Ameisen.

Beide Lebensgrundlagen seien aber rückläufig. Aktuell wolle man wieder Natur vernichten, um einen Supermarkt in Bergisch Neukirchen bauen zu können, beklagt, Schulz. Die Zustimmung der Grünen dazu habe dem NABU "überhaupt nicht gefallen". Die Partei habe wohl nur wegen des Koalitionszwangs so gehandelt, vermutete der Naturschützer Schulz.

Die bundesweite Zählaktion der Winter- und Gartenvögel sei dagegen bei vielen Leverkusenern gut angekommen und auf "besonders großes Interesse" gestoßen.

Bislang meldeten bundesweit rund 58 000 Teilnehmer insgesamt 1,6 Millionen Vögel. Im Land waren Haussperling und Kohlmeise meist gesehen, in Leverkusen kam die Kohlmeise vor der Blaumeise. Weitere Infos sind auf der Seite www.nabu-leverkusen.de nachzulesen.

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"Der Mensch sollte der Natur wieder mehr Raum geben", forderte Ingrid Mayer. Ihr Appell richtete sich vor allem an die Grundstücksbesitzer. "Gärten sind zwar meistens schön und sauber, bieten aber wenig zum Überleben von Vögeln und Insekten", ergänzte Pressesprecherin Regine Kossler. Wer Leben zu sich holen wolle, der solle Brennnesseln für Schmetterlinge, Reisig für Igel oder Bäume für Vögel keinesfalls entfernen.

Zur Idee der Nachhaltigkeit tragen die Natur- und Umweltschützer ferner durch Wiederverwertung bei. So helfen alte Handys zur Finanzierung von Renaturierungsprojekten, gesammelter Kork bei der Unterstützung eines Kranichprojektes in Spanien.

(gkf)