Am Landrat Lucas Gymnasium in Leverkusen informierten sich Schüler über Energievisionen für 2050.

Energievisionen 2050 : Weniger Plastik, mehr Fahrradfahren

Am Landrat-Lucas-Gymnasium informierten sich Schüler über Energievisionen für das Jahr 2050.

Man kann die Eltern davon überzeugen, nicht so viel wegzuwerfen und weniger mit Plastikverpackung einzukaufen, überlegt Lotte Torbohm. Auch selbst könne sie etwas tun, nämlich mit Fahrrad oder Bus zum Training und zur Schule fahren. Die Siebtklässlerin besucht das Landrat-Lucas-Gymnasium, wo sich am Dienstag die gesamte Klassenstufe mit der Umweltproblematik beschäftigte.

Drei Mal fand dort eine Informationsstunde im Rahmen der Bildungskampagne „Energievision2050 - Unser Klima. Meine Energie. Deine Zukunft“ statt. Lotte gehörte zu der Gruppe engagierter Schülerinnen, die auch nach dem Multivisionsvortrag noch Fragen an den Referenten Jonas Lass hatten. Klar, das Thema ist so umfangreich, dass sich die einzelnen Punkte nach einem 20-minütigen Intro-Film nur kurz anreißen lassen. Und wenn den Schülern danach so viele Fragen auf den Nägeln brennen wie gestern in der LLG Mensa, dann wird die Zeit knapp. Erst recht, wenn die veranschlagte Doppelstunde wegen der hohen Temperaturen verkürzt wird.

„Ich finde es wirklich wichtig, sich mit dem Thema zu beschäftigen“, sagt die zwölfjährige Viktoria Bernstein, die ebenfalls auf dem Pausenhof weiter diskutierte. Sie findet, dass sich die Politik mehr für eine fahrradfreundlichere Infrastruktur, wie es sie in den Niederlanden gibt, einsetzen müsste. Das Thema Umwelt interessiert übrigens nicht erst seit der Fridays for Future-Bewegung, an deren Demos sie auch schon teilgenommen hat.

In jeder Klasse werden zwei Energie-Luxe gewählt, die besonders darauf achten sollen, dass in Klassenräumen keine Energie verschwendet wird. Ein Projekt, das ebenso wie die Vermittlung dieser Energievision 2025-Veranstaltung in Kooperation mit dem Naturgut Ophoven realisiert wird. Von der so eingesparten Summe schüttet die Stadt Leverkusen jährlich Geld an besonders umweltverantwortliche Schulen aus.

Dieses Geld floss, neben der Unterstützung durch Sponsoren, in diesen Informationstag über Klima und zukunftsträchtige Energie, sagt Lehrerin Doris Bruns, die das Ganze auf Schulseite betreute. Die Klima-Debatte werde an der Schule im Politikunterricht und in den Klassenleiterstunden aufgriffen. Zusammensetzung der Luft stehe im Curriculum für die sechsten und neunten Klassen. Die vielen Fragen, die Schüler nach der allgemeinen Information stellten, zeigten, dass sich viele Jugendliche auch darüber hinaus informieren und eigene Gedanken machen. Die versuchte Jonas Lass nach Möglichkeit direkt und möglichst kurz zu beantworten, was angesichts der Komplexität nur bedingt möglich ist.

Die Bedenken eines Schülers, dass E-Autos am Ende gar schlimmer für die Umwelt sein könnten als solche mit Verbrennungsmotoren, wischte er jedenfalls mit einem klaren „nein“ relativ schnell beiseite, indem er nur die Betriebsmittel verglich. Für eine Diskussion über die Inhaltsstoffe der Batterien und deren Behandlung als Sondermüll, um die sich der Schüler sorgte, reichte die Zeit dann nicht mehr. Wofür genau sollten sich Politiker stark machen?

Dass die Frage nicht immer  leicht zu beantworten ist, stellten auch Lotte und ihre Mitschülerinnen fest, als sie überlegten, dass alle Schüler einen Tag für das Klima arbeiten sollten. Ein solches Projekt läuft bereits erfolgreich für die Schulbildung von Kindern in Afrika. Aber wie wäre das an einem „Tag für das Klima“ erwirtschaftete Geld wirklich sinnvoll einzusetzen? Die Antwort haben sie noch nicht gefunden.

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