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Altstadtfunken-Präsident Rainer Martins wird auf Sitzung überrascht

Altstadtfunken Opladen : Mädchensitzung – und der Präsident ist sprachlos

Da war er auf einmal still: Eine Super-Überraschung platzte Ober-Altstadtfunke Rainer Martins in die durchgeplante Mädchensitzung.

Knapp 1300 fantasievoll gekleidete Mädchen sorgten am Mittwoch im ausverkauften Forum für fantastische Stimmung. Auf der Bühne versammelten sich Künstler wie Guido Cantz und Bernd Stelter. Und Musikgruppen wie Black Fööss und Räuber  – alles, was im Kölner Karneval Rang und Namen hat. Zum Schluss marschierten die Kölsche Funke Rut-Wiess vun 1823 in den Saal. Konnte es etwas Schöneres geben, als Karneval im kollektiven Farbenrausch zu feiern und sich so als Präsident von der Bühne zu verabschieden?

Noch am Vortag war Rainer Martins die Ruhe selber gewesen. „Ich bin ganz entspannt“, sagte der scheidende Präsident der KG Altstadtfunken. „Alle Künstler sind gesund und kommen pünktlich.“ Schon im Vorfeld der Sitzung hatte er überlegt, wie der Ablauf aussehen könnte, wollte das Programm unbedingt „ganz normal“ moderieren. Nur zum Schluss plante er eine Überraschung für Ehefrau Anette. Auf der Bühne wollte er ihr dafür danken, dass sie seine fast 40-jährige karnevalistische Tätigkeit immer ertragen habe. Schon seit frühester Kindheit sei er vom Karnevalsvirus infiziert gewesen. „Es begann damit“, schilderte er, „dass ich als siebenjähriger Junge bei Opladens Prinz Herbert I. Petry, einem Freund der Familie, auf dem Prinzenwagen stand.“ Später sei er etwa als Zugleiter verantwortlich für den Rosenmontagszug in Opladen gewesen und habe mit dem Wiesdorfer Zugleiter Walter Höveler durchsetzen können, dass Karnevalswagen vom TÜV abgenommen werden mussten.

Da knubbelte es sich auf der Bühne: Zahlreiche Vertreter des Leverkusener Karnevals überraschten Rainer Martins (linke Seite, hinter dem Micro). Foto: Uwe Miserius

Im Grunde war der Ablauf der gesamten Sitzung durchdacht. Theoretisch. Denn gegen 18 Uhr geschah etwas, womit Martins nicht gerechnet hatte: Leverkusens Prinz Kerbi I. kam nicht nur in Begleitung von Bayer-Spielmannszug und dem regulären schmucken Tross. Sondern auch – passend zum aktuellen FLK-Motto „Mir all sin Leverkusen“ – mit Präsidenten und Abordnungen sämtlicher Karnevalsvereine.

„Weh, Weh, Weh, Opladen ade“ hatten sich diese Gästinnen auf die Schärpen geschrieben in Erinnerung an die ehemalige Kreisstadt. Foto: Uwe Miserius

Udo Wolf, Präsident der Prinzengarde Opladen, hatten den Aufmarsch organisiert. „Es geschieht nicht oft, dass ein Präsident sprachlos ist“, sagte Martins gerührt. „Das war so nicht abgesprochen, ist aber eine sehr schöne Überraschung.“ Er ziehe den Hut vor seiner Leistung, meinte FLK-Präsident Uwe Krause zu Martins. Wenn er Langeweile habe, solle er sich melden, dann könne er immer das FLK begleiten. Er habe sogar noch die FLK-Mütze. Aber Rot stehe ihm nicht, konterte Martins.

Die Farbe Rot stand denjenigen Frauen dagegen sehr gut, die seit 37 Jahren zu den treuen Fans der Mädchensitzung gehören. Erst kamen sie mit ihren Müttern, jetzt mit den Töchtern. Das aktuelle Opladener Motto „www.alles von OP.de“ hatten sie geändert. „Weh, weh, weh, Opladen ade“ war auf Schärpen zu lesen. „Die Traurigkeit, dass es Opladen nicht mehr gibt, ist immer noch da“, kommentierte Monika.

Nicht Opladen, nicht Leverkusen, sondern nur „Pandora“ spielte für die Frauen um Heike Beenen eine Rolle, die sich als Avatare kostümiert hatten. „Schon seit Jahren schwärme ich für die US-amerikanischer Science-Fiction-Filme von Regisseur James Cameron“, erzählte die Geschäftsfrau strahlend. „Der Aufwand ist zwar immens, aber er lohnt sich“, merkte sie an.