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Altstadtfunken Opladen ehren "ne kölsche Schutzmann" als Ehrenfunk

Opladener Altstadtfunken : „Kölscher Schutzmann“ ist jetzt Ehrenfunk

Die Opladener Altstadtfunken ehrten jetzt bei ihrem „Ball Intern“ Jupp Menth, ein Urgestein des Kölner Fasteleers.

Inzwischen ist es mehr als nur eine schöne Tradition, dass die Opladener Altstadtfunken geladene Gäste zum „Ball Intern“ in den edlen Gartensaal des Bayer-Kasino bitten. Die Veranstaltung ist aus dem Jahreskalender nicht mehr wegzudenken, deren Höhepunkt seit zehn Jahren darin besteht, einen „Ehrenfunk“ zu ernennen.

In diesem Jahr geht die Auszeichnung an Jupp Menth. Der 72-Jährige gilt als Urgestein des Kölner Fasteleers, steht seit 32 Jahren als „Ne kölsche Schutzmann“ in der Bütt und nimmt bei seinen Reden kein Blatt vor den Mund, wie er nach der Ehrung erneut unter Beweis stellte. „Manche Leute denken deshalb, mit mir sei nicht gut Kirschen essen. Aber wer sich mit mir privat unterhält, merkt schnell, dass ich das Herz am richtigen Fleck habe“, bekannte Menth.

Er sei „überrascht und erfreut“ gewesen, als er von dem Plan erfahren habe. „Wegen meiner offenen Denkweise bin ich nicht unbedingt derjenige, der an jedem Abend eine Auszeichnung erhält.“ Deshalb gelte er in Köln „nicht als der einfachste Büttenredner. Doch ich habe mir auf die Fahne geschrieben, auf Dinge hinzuweisen, die mir nicht gefallen“, unterstrich Menth und ergänzte, es sei schließlich schon immer die Aufgabe eines Büttenredners gewesen, Obrigkeiten den Spiegel vorzuhalten.

„Das scheint mir so gut zu gelingen, dass ich bei einigen Veranstaltungen – einschließlich bei der katholischen Kirche – nicht mehr erwünscht bin“, schmunzelte Jupp Menth, der künftig nur noch in kleineren Sälen auftreten will.

Bei ihm bekommen alle – Politik, Stadtgeschehen und sogar der kommerzielle Karneval – ihr Fett weg. Aber die Wahrheit, so Menth, selbst wenn sie im Kölschen Dialekt erklinge, werde leider nicht gerne gehört. „Endlich“, sagte Senatspräsident Norbert Roß bei der Verleihung, „haben wir einen, der die Sache würdig vertreten kann.“ Nachdem die Gesellschaft im Vorjahr erstmals keinen Aspiranten gefunden hatte, reiht sich Menth nun in die Reihe solch illustrer Vorgänger wie NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers, Schlagersänger Guildo Horn oder Bundespolitiker Wolfgang Bosbach ein. Die für soziale Zwecke bestimmte Spende in Höhe von 1111,11 Euro geht an die Palliativstation in Köln-Merheim.

Neben Tanz und Unterhaltung durch die Guppe „Party-Express“ wurden beim „Ball Intern“ auch die neuesten Tänze der Kinder- und Jugendkorps sowie von 16 jungen Frauen aus der Mädchengarde geboten. Seit einem Jahr fungiert Verena Bühler, eine einstige Mittänzerin und jetzige Tanzlehrerin bei Kaechele, als Trainerin.

Nach der Session stehen schon mindestens sechs Aspirantinnen in den Startlöchern. Zuletzt wurden Laura Berghöfer, Alexander Dederichs, Walter Engels, Eva Hartmann, Sebastian Kehrbaum, Willi Maus, Jürgen Pröpper, Wolfgang Schatzke, Kevin Schrauzer sowie Michael Walczak in den Kreis der Senatoren aufgenommen. Zum Ehrensenator wurde Jörg Nöres ernannt.