1. NRW
  2. Städte
  3. Leverkusen

Alte Liebe für Auto und Kennzeichen in Leverkusen

Fünf Jahre „OP“ : Alte Liebe für Auto und Kennzeichen

Das Kennzeichen als Signet von Heimatliebe: Seit fünf Jahren dürfen Fahrzeuge wieder „OP“ tragen. Für die Wählergruppe „OP plus“ ein Grund, mit Oldtimerfreunden auf dem Opladener Marktplatz zu feiern.

Regelrechte Partystimmung herrschte am Samstagnachmittag auf dem Opladener Marktplatz. Etwa zwei Dutzend Menschen versammelten sich rund um die beiden riesigen roten Buchstaben O und P. Es waren überwiegend Fahrer von Oldtimern. Sie waren aber nicht gekommen, um Schraubergespräche zwischen Benzingeruch, Getränken und Naschereien zu führen. Sondern, um gemeinsam mit der unabhängigen Wählergruppe „Opladen plus“ die Rückkehr des OP-Kennzeichens zu feiern.

Fraktionschef Markus Pott und sein Parteikollege Oliver Faber hatten allen Grund für ein breites Lächeln  –  fünf Jahre nachdem ihnen dieser Coup trotz anfangs heftigem Gegenwind gelungen war.   Doch nicht nur Pott persönlich hatte sich die Wiederbelebung des vorübergehend ausrangierten Kennzeichens gewünscht, sondern viele andere Opladener offenbar auch. So sind zwischenzeitlich 21.000 Menschen zu ihrem speziellen Wunschkennzeichen zurückgekehrt – und das sind längst nicht alles nur Nostalgieanhänger oder ewig gestrige Opladener. Pott hat sich beim Straßenverkehrsamt erkundigt und dort die Antwort bekommen, dass 60 Prozent aller Personen bei der Anmeldung ihr Kennzeichen mit persönlichen Buchstaben und Zahlen individualisieren möchten.

So ist es auch Claudia Gerlach aus Ropenstall ergangen. Die Mutter dreier Töchter wünschte sich für ihren VW-Pritschenwagen des Baujahres 1966 unbedingt die passenden Initialen. Weil diese für Leverkusen bereits vergeben waren, gehörte sie zu den ersten, die sich das Nummernschild OP-VW 66 besorgte, als es diese Möglichkeit vor fünf Jahren erneut gab. Dieser Bus – sie nennt ihn in Anlehnung an die von ihr hoch geschätzte, ehemalige Zeichentrickserie „Luzie, der Schrecken der Straße“ liebevoll „Luzie“ – ist ihr ganzer Stolz. „Schon von Kindheit an, habe ich mir ein solches Fahrzeug gewünscht. Vor acht Jahren wurde mein Traum endlich wahr“, beschrieb die 52-Jährige. Für keinen Preis der Welt würde sie das seltene Mobil, das einst als gängiges Handwerkerauto galt, hergeben.

„Vor zwei Jahren habe ich ein Angebot von einer Firma bekommen, die wollten 80.000 Euro zahlen. Ich habe abgelehnt“, erläuterte die Frau, die auch an anderen Oldtimer-Treffen regelmäßig teilnimmt.

Überwiegend für die Stadt nutzt Claus Aicher dagegen seinen Fiat 500, den er sich vor drei Jahren zugelegt hat. Weil er noch andere Oldtimer in seinem Besitz hat, stört es ihn auch nicht, wenn der Kleinwagen mit 18 PS nur maximal 90 Stundenkilometer erreicht. Trotzdem ist dieser Fiat etwas besonders: „Alles ist noch im Original-Zustand aus dem Baujahr 1972 erhalten. Auch die rote Farbe, die fast abfällt“, schmunzelte der Opladener.