Aktionäre stärken Biofrontera-Spitze

Wirtschaft : Aktionäre stärken Biofrontera-Spitze

Gegenanträge des Großaktionärs Deutsche Balaton abgelehnt. Erwerbsangebote-Frist läuft aus.

Ob das Rennen um die beiden Aktien-Erwerbsangebote an die Biofrontera-Anteilseigner am Mittwoch schon entschieden wurde? Fakt ist: Bis Ende kommender Woche läuft die Frist der Erwerbsangebote. Aber schon am Mittwochabend verpassten die Aktieninhaber Wilhelm Konrad Thomas Zours (Deutsche Balaton) eine deutliche Abfuhr. Zur Erinnerung: Die Deutsche Balaton hatte neben dem japanischen Unternehmen Maruho den Aktionären ein Erwerbsangebot unterbreitet. Sowohl Balaton als auch Maruho sind schon jetzt Großaktionäre bei Biofrontera.

In der mehr als zwölf Stunden dauernden Hauptversammlung wurde hitzig debattiert, nachgehakt und schließlich abgestimmt. Die zahlreichen Ergänzungs- und Gegenanträge von Zours wurden allesamt abgelehnt. Mitunter hatten Aktionäre aber auch deutlich gemacht, dass sie den Brief des Firmenvorstands an die Anteilseigner mit einem deutlichen Hinweis, sich für Maruho zu entscheiden, unangemessen fanden. „Die Beeinflussung der Aktionäre durch den Vorstand finde ich unanständig. Maruho, Deutsche Balaton, bitte reichen Sie sich die Hand“, merkte etwa eine Aktionärin an. Ein anderer riet Zours: „Ich würde an Ihrer Stelle meine Aktien nehmen und sie in ein Unternehmen stecken, dessen Ziele mehr in meine Richtung gehen.“ Er lobte Biofrontera in Sachen Ausweitung der Zusammenarbeit mit Maruho: „Diese Kooperation ist sehr wichtig. Streuung des Geschäftsrisikos, neue Märkte schneller erschließbar machen: Jeder vernünftige Pharma-Manager würde so handeln.“

Als Nachfolgerin von Hans-Jörg Plaggemars im Aufsichtsrat wurde Prof. Franca Ruhwedel gewählt. Gegen Plaggemars hat Biofrontera bei der Staatsanwaltschaft Anzeige erstattet, weil er interne Informationen aus dem Aufsichtsrat in einer Stellungnahme fürs Gericht notiert haben soll, die auf diese Weise auch dem Prozessgegner zugänglich wurden. Plaggemars hätte laut Biofrontera-Vorstand Hermann Lübbert zudem im Alleingang gar keine schriftliche Stellungnahme abgeben dürfen. Dies stehe nur dem gesamten Aufsichtsrat zu.

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