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Aktion „Kunst in Schaufenstern“ läuft bis Ende des Monats in Schlebusch

Aktion „Kunst in Schaufenstern“ : „Zauberfarben“ in Schlebusch entdecken

In 26 Geschäften ist noch bis zum Ende des Monats Kunst zu sehen. Manches wirkt wie bewusst auf den jeweiligen Laden zugeschnitten.

Die rund zwei Kilometer lange Straße zwischen Schlebuscher Fußgängerzone und Waldsiedlung hat sich schon zum 26. Mal in Leverkusens größte Galerie verwandelt. Auftakt zur Aktion „Kunst im Schaufenster Schlebusch“ war zwar schon bei der Leverkusener Kunstnacht. Annähernd 100 Werke von Mitgliedern der Künstlervereinigung „Spektrum“ und vieler freier Künstler sind aber noch bis 31. Oktober in den Schaufenstern ausgestellt.

Mit 26 Ausstellungsräumen – unter anderem Apotheken, Bioladen, Buchhandlung, Gaststätten und Parfümerie – hätten sich diesmal so viele Geschäfte beteiligt, wie selten, sagte Hans-Peter Teitscheid, Vorstandsmitglied der Werbe- und Fördergemeinschaft (WFG) Schlebusch. Mit WFG-Vorsitzendem Ulrich Kämmerling, dem Spektrum-Vorsitzenden Egon Baumgarten und einigen Akteuren und Bürgern begleitete er am Samstag die traditionelle Führung.

Der Rundgang startete im Gasthaus Herkenrath Hof, wo Bilder von Armin Mueller-Stahl zu sehen waren. Nach seinem Rückzug aus dem Filmgeschäft tritt Mueller-Stahl seit 2001 zunehmend mit seinen Zeichnungen in die Öffentlichkeit und zeigt sie in einer Reihe von Ausstellungen. Die Arbeiten sind erneut am Donnerstag zwischen 15 und 19 Uhr zu besichtigen. Ein Stück weiter, in einem Schuhgeschäft, wirkten Porträts von Doris Spee, als seien sie eigens für diesen Laden geschaffen. Im Bestattungshaus Friedrich hat es Lilo Rühl ebenfalls geschafft, gleich mehrere farblich und thematisch passende Werke abzuliefern. „Einige Händler haben Wünsche und Vorgaben. Das Spektrum erhält die passende Liste, dort werden die Arbeiten dann unter den Mitwirkenden verteilt“, erläuterte Teitscheid die Vorgehensweise.

Entsprechende Auftragsarbeiten für den Bioladen hatte Karen Schmidt – seit drei Jahren Spektrums-Mitglied und zum dritten Mal bei der Schlebuscher Aktion dabei – übernommen. Das Erdbeer-Törtchen, das im Schaufenster neben weiteren Früchten abgebildet war, habe sie in den Pausen während des Malens gegessen, schilderte sie schmunzelnd. Harald Friese (65) aus Lindlar ist zum dritten Mal dabei und lobte die gelungene Symbiose zwischen Künstlern und Geschäften, die jedem nutze. Einige seiner Gemälde waren bei Heicken-Optik zu bewundern, etwa das klar-strukturierte Bild mit dem Titel „Green Planet – Blue Mountains“ oder die farbigen Zeichnungen, die erst in diesem Zyklus mit Hilfe sogenannter „Zauberfarben“ entstanden sind.

Nadine Alcini, 39-jährige Notarfachassistentin aus Fettehenne, stellt erstmals sieben ihrer großformatigen Acrylbilder im Modehaus Forst aus. „Es ist schön, meine Werke nicht nur zur Kunstnacht, sondern darüber hinaus einer breiten Öffentlichkeit präsentieren zu können“, beschrieb sie ihren besonderen Reiz zur Teilnahme.