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Leverkusen: Ärger über Krawall an Rheindorfer Tankstelle

Leverkusen : Ärger über Krawall an Rheindorfer Tankstelle

Anwohner beschweren sich über Ruhestörung durch betrunkene Jugendliche. Sie fordern die nächtliche Schließung der Tankstelle.

Wegen Ruhestörung und Krawallen durch betrunkene Jugendliche fordern jetzt einige Rheindorfer Bürger die nächtliche Schließung der Aral-Tankstelle Solinger Straße. Sie haben Unterschriften gesammelt und eine Eingabe an die Bezirksvertretung vorgelegt. Der Sprecher der Bürger, Jörg Weger, fordert Tankstellenpächter Arnd Spies auf, seine Tankstelle zwischen 22 und 6 Uhr zu schließen oder einen privaten Sicherheitsdienst für diese Zeiten einzustellen. "Die Zustände sind für uns Anwohner unerträglich", schreibt Weger und spricht von "lärmenden Horden betrunkener Jugendlicher".

Diese versorgten sich nämlich an der Tankstelle mit Nachschub, konsumierten den Alkohol dann noch vor Ort, bedrohten und pöbelten die Leute an. Deshalb müsse auch immer wieder die Polizei gerufen werden, berichtet Weger. Die bekomme aber die Situation auch nicht in den Griff, meint der Rheindorfer und beklagt: "Auf die Polizei muss man oftmals bis zu 45 Minuten warten, eindeutig eine Folge der aus unserer Sicht absolut unverständlichen Verlegung des Polizeipräsidiums nach Köln und Schließung der Wache in Rheindorf."

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Tankstellenpächter Arnd Spies sieht dies differenziert: "Ich habe ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Zusammenarbeit mit der Polizei läuft gut, und die Beamten sind auch in fünf Minuten da, wenn ich sie rufe. Man muss nur die Opladener Wache anrufen, die kennen einen", rät er auch anderen Betroffenen. Außerdem habe er das Problem lärmender und pöbelnder Betrunkener nicht nur erkannt, er habe auch bereits erfolgreich gehandelt: "Seit vergangenen Samstag gibt es in meiner Tankstelle montags bis donnerstags ab 22 Uhr, freitags bis sonntags ab 23 Uhr bis 6 Uhr generell keinen Alkohol mehr zu kaufen. Und das gilt für alle, auch für Erwachsene", betont Spies. Im Gegensatz zum Wochenende vor zwei Wochen sei es am vergangenen Wochenende ruhig geblieben. "Ich kann eher auf 50 Euro Einnahmen aus dem Alkoholverkauf verzichten, als die Tankstelle zu schließen", gibt Spies zu.

Allerdings sehe er es als unmöglich an, das Problem Betrunkener, ausfallend werdender Menschen in dieser Gegend generell: "Das ist hier nun mal eine soziale Randlage. Da gibt es Erwachsene, die tagsüber schon betrunken an die Tankstelle kommen."

Die Vorfälle mit den jugendlichen Betrunkenen sehe er aber als Einzelfälle an, die auch andernorts vorkämen, immer dann, wenn das Wetter wieder wärmer wird. Außerdem habe er im Gegensatz zu den Beschwerde führenden Anwohnern durchaus den Eindruck, dass die jüngste Polizeiaktion die Randalierer beeindruckt habe. "Danach war nämlich Ruhe", stellt der Tankstellenpächter fest.

(RP)