A3: Verkehrszentrale in Leverkusen gibt bei Bedarf Standspur frei

Leverkusen: A3-Verkehr wird bald digital gesteuert

Zwischen Leverkusen und Oberhausen werden Träger für die Fahrspurenkontrolle errichtet. Zentrale ist in Opladen.

Die Zeit der Bauarbeiten auf der A3 ist nicht zu Ende. Nach den Fahrbahn-Sanierungen steht nun die Installation moderner Technik im Vordergrund: Zwischen Leverkusen und Oberhausen wird eine Verkehrsbeeinflussungsanlage installiert. Sie soll zwischen Ratingen Ost und Autobahnkreuz Hilden mittels Rot/Grün-Anzeigen über den Fahrbahnen unter anderem bei Bedarf die Standspur als vierte Spur freigeben. Derzeit werden die entsprechenden Brückenkonstruktionen entlang der A3 errichtet. Auf der Strecke ist das Tempolimit seit Mittwoch komplett aufgehoben.

Wie ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen NRW sagte, werde der Streckenabschnitt von der Verkehrszentrale in Opladen überwacht, unter anderem mittels Videokameras. Sie seien aber nur für die Überwachung zum Beispiel für die "Linienbeeinflussung" da: "Der Standstreifen wird nur freigegeben, wenn in der Verkehrszentrale zu sehen ist, dass er frei ist." Andersherum kann der nachfolgende Verkehr gewarnt werden, wenn dort jemand steht: Meist wird die Höchstgeschwindigkeit sukzessive bis zum Pannenfahrzeug verringert. Gleiches gilt bei Unfällen oder hohem Verkehrsaufkommen: Einzelne Spuren können gesperrt oder freigegeben werden. Als Beispiel für eine solche Anlage nannte der Sprecher das Teilstück der A57 in Fahrtrichtung Köln: Dort werde bei Bedarf der Standstreifen freigegeben und damit die Strecke von zwei auf drei Fahrspuren "erweitert".

Diese Brücken mit den Tafeln werden gerne genutzt, um neuartige "Blitzer" zu installieren, wie das Beispiel Niederlande zeigt. Dort ermöglichen die in regelmäßigen Abständen installierten Anlagen die Traject Control oder Section Control, bei der die Durchschnittgeschwindigkeit über eine längere Strecke errechnet wird und Verstöße mit einem Foto am Ende geahndet werden. Auch in Deutschland wird diese Technik getestet.

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Moderne Navigationsgeräte zeigen Blitzer und Section-Control übrigens an. Sie liefern als App auf dem Smartphone aber auch Fahrdaten an die Hersteller, ähnlich wie bei Google Maps. Davon haben jetzt auch alle Autofahrer etwas: Der niederländische Navi-Hersteller "TomTom" versorgt das landeseigene Gratis-Portal Verkehr.NRW mit Echtzeitdaten von Autobahnen und Landstraßen. Bislang war man in der Verkehrszentrale auf die Messschleifen, Videobeobachtungen und Meldungen angewiesen.

Die NRW-Verkehrszentrale in Opladen soll neu gebaut und 2020 in Betrieb gehen. Im zentralen Beobachtungsraum werden Mitarbeiter den Verkehr - auch auf der A 3 - auf mehr als 50 Monitoren beobachten. Der Abschnitt Leverkusen-Oberhausen kostet rund 30 Millionen Euro, teilte Straßen NRW gestern auf Anfrage mit. Die A3 zwischen Oberhausen und Leverkusen ist meist sechsstreifig ausgebaut. Täglich werden mehr als 140.000 Kraftfahrzeuge gezählt.

(RP)
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