Leverkusen: A3: Unfallzahl hat sich verdoppelt

Leverkusen : A3: Unfallzahl hat sich verdoppelt

79 Mal hat es von Januar bis April diesen Jahres auf der A 3 am Kreuz Leverkusen in Richtung Köln schon gekracht. Das sind doppelt so viele Unfälle wie im vergangenen Jahr. Die Polizei Köln will jetzt handeln – mit neuer Technik.

Auf der Autobahn 3 ist es in den ersten vier Monaten dieses Jahres im Bereich des Autobahnkreuzes Leverkusen deutlich häufiger zu Zusammenstößen gekommen als im Vorjahr. Dies bestätigte eine Sprecherin der Polizei Köln auf Anfrage unserer Zeitung jetzt offiziell.

Die Ordnungshüter registrierten dort auf der Fahrbahn in Richtung Köln von Januar bis April 79 Unfälle – mehr als doppelt so viele wie im gleichen Zeitraum des Jahres 2010. Damals wurde die Polizei zu 32 Unfällen gerufen.

Auffällig ist, dass dieser Anstieg nur in dieser südlichen Fahrtrichtung zu beobachten ist. In Richtung Oberhausen nahm die Zahl der Unfälle im Leverkusener Kreuz sogar leicht ab: Dort krachte es von Januar bis April sieben Mal, während im gleichen Vorjahreszeitraum zwölf Unfälle zu verzeichnen waren.

Baustelle bereitet Sorgen

Dies deutet darauf hin, dass die Großbaustelle zwischen den Anschlussstellen Köln-Mülheim und Köln-Dellbrück eine wesentliche Rolle bei der besorgniserregenden Entwicklung spielt. Der Ausbau der A 3 auf acht Spuren führt täglich zu langen Staus, die sich oft bis in den Bereich des Leverkusener Kreuzes auswirken – zwischen Leverkusen und Mülheim kamen seit März schon zwei Menschen ums Leben (wir berichteten).

Diesen Zusammenhang wollte die Polizeisprecherin jedoch nicht herstellen: "Da bewegen wir uns im spekulativen Bereich", sagte sie: "Aber sicherlich kann es sein, dass Autofahrer vom Baustellenbereich überrascht werden." Die Polizei habe die Situation erkannt und ergreife Maßnahmen zur Entschärfung, versicherte sie. Dazu gehörten Geschwindigkeits- und Abstandsmessungen: "Wir setzen auch die sogenannte Provida-Technik ein", betonte die Sprecherin.

Dabei verfolgen nicht gekennzeichnete, also zivile Polizeiwagen andere Fahrzeuge und nehmen deren Verstöße auf Video auf. In Kürze wolle die Polizei zudem eine neue Radarmesstechnik vorstellen und ihr Einsatzkonzept für den Kölner Ring erläutern.

Auf RP-Online, dem Internetportal unserer Zeitung, hatten Nutzer in den vergangenen Wochen vehement stärkere Kontrollen im Bereich der Baustelle auf der Autobahn 3 gefordert. Kritisiert wurde dort jetzt auch der Landesbetrieb Straßen NRW, der verantwortlich für die Autobahnen ist.

Der Landesbetrieb hatte auf Anfrage erklärt, zurzeit keine Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung der Situation im Umfeld der Baustelle zu sehen. Ein Leser forderte daraufhin, man solle nicht nur auf diese Baustelle hinweisen, sondern auch frühzeitig ein Überholverbot für Lastwagen anordnen: Derzeit dürfen Lkw noch bis kurz vor der Baustelle überholen.

Millimeter "Sicherheitsabstand"

Ein anderer vertrat hingegen die Meinung, entscheidend sei ein Umdenken vor allem der Fahrer: "Die einen begreifen die Signale der Schilderbrücke nicht und halten Millimeterabstände für einen ausreichenden Sicherheitsabstand, die anderen rasen mit ihren breiten Kleinlastern auf den verengten Fahrbahnen in der Baustelle herum."

In der Tat ist ein zu geringer Abstand der häufigste Fehler auf der A 3 Richtung Frankfurt: In den ersten vier Monaten dieses Jahres war dies die Ursache für 32 Unfälle.

(RP/rl)
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