Leverkusen: A1-Rheinbrücke für Lkw auf unbestimmte Zeit gesperrt

Leverkusen : A1-Rheinbrücke für Lkw auf unbestimmte Zeit gesperrt

Das Szenario, das auf jeden Fall vermieden werden sollte, ist nun doch eingetreten. Die marode Rheinbrücke über die A1 bei Leverkusen wird erneut für Lastwagen mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen gesperrt. Die Sperrung in beiden Fahrtrichtungen hat am Montag um Mitternacht begonnen, teilte ein Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW am Sonntag mit. Wie lange die Einschränkungen gelten werden, sei noch nicht abzusehen.

Die fast 50 Jahre alte Brücke soll bis 2023 durch einen kompletten Neubau ersetzt werden. Ende 2012 waren schon einmal Risse an den Brückenträgern entdeckt worden, die aufwendig geschweißt werden mussten. Dafür war die Brücke insgesamt drei Monate lang für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt worden.

Die Brücke werde ständig kontrolliert, sagte der Sprecher. Dabei seien erneute Schäden entdeckt worden, die repariert werden müssten.

Seit der Sperrung 2012/13 ist die Rheinüberquerung für Fahrzeuge von mehr als 44 Tonnen Gewicht verboten. Doch eine Auswertung von Straßen.NRW im März hatte bereits gezeigt, dass das Bauwerk immer noch zu viel schwingt. Die Grenzwerte werden bis zu 600 Mal monatlich je Fahrtrichtung überschritten. Seit Februar wird der Verkehr daher auf der Brücke von Blitzanlagen kontrolliert - es gilt Tempo 60.

"Untersuchungen der Bundesverkehrsministeriums und der Bundesanstalt für Straßenwesen (BAST) zu den Auswirkungen des überdurchschnittlich angestiegenen Schwerverkehrs haben gezeigt, dass insbesondere bei älteren Brücken die Tragfähigkeitsreserven allmählich erschöpft sind", hieß es am Sonntag es bei Straßen.NRW. Die Bauwerke müssten verstärkt - der Fachmann sagt "ertüchtigt" - oder wie im Fall Leverkusen neu gebaut werden.

Für die Wirtschaft ist die erneute Brückensperrung eine Katastrophe: Allein die plötzliche, ungeplante Sperrung der A1-Rheinbrücke vom 1. Dezember 2012 bis 3. März 2013 hat einer Studie des Institute for Economic Research and Consulting zufolge volkswirtschaftliche Kosten in Höhe von 60 bis 80 Millionen Euro verursacht. Die Studie von Prof. Dr. Wolfgang Schulz und Miriam Mainka hatte im Auftrag der Initiative Pro Mobilität, dessen Präsidium unter anderem die ehemaligen Minister Dr. Peter Fischer und Matthias Wissmann angehören, die gesamtwirtschaftlichen Kosten für unterschiedliche Ausweichrouten exemplarisch kalkuliert.

(RP)
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