Rheinbrücke Leverkusen: A1: Initiative will kleinen Teil des Neulandparks für Umbau opfern

Rheinbrücke Leverkusen : A1: Initiative will kleinen Teil des Neulandparks für Umbau opfern

Die Leverkusener Initiativen für Verkehrsplanung (Liv) haben am Donnerstag neue Varianten vorgelegt, die denen von Straßen.NRW zum Bau von Rheinbrücke, Autobahnkreuz, A1 und A3-Ausbau erheblich wiedersprechen. Die Pläne des Landesbetriebes, hieß es, seien im Gesamtkonzept nicht stimmig. Zudem fehle die Weitsicht, da der Entwurf nicht auf mindestens 50 Jahre, sondern zu kurzfristig ausgelegt sei.

"Wir sind der Meinung, dass unsere Version besser für Menschen und Umwelt ist", sagte Verkehrsplaner Rolf Kraneis, der die Vorschläge mit Lutz von Waldowski ausgearbeitet hat, die auf "erprobten Baumaßnahmen beruhen". Damit ließen sich Kosten in einer Größenordnung von bis zu 50 Mio Euro einsparen. Sämtliche Vorschläge liegen seit Ende vergangener Woche beim Bundesministerium in Berlin. Liv-Sprecher Peter Westmeier hofft auf schnelle Reaktionen. Aber auch darauf, dass sich die örtliche Politik dieses so wichtigen städtebaulichen Themas annimmt. Die Empfehlungen betreffen vor allem eine deutlich andere Brückenführung, die im zweiten Bauabschnitt die vorgesehene Tieflage im Bereich Küppersteg — im Gegensatz zur Variante von Straßen.NRW — nicht automatisch zunichte mache. Sobald die Höhenlage, wie aktuell, fest vorgegeben sei, müssten später mindestens 400 Meter neu erbaute Autobahn zurückgebaut werden. "Das macht keiner", sagte Kraneis.

Stattdessen schlugen die Ingenieure einen durchgängigen Bau der Südtrasse zwischen Merkenich und Kreuz Leverkusen vor. Aufwändige Verkehrsumleitungen ließen sich damit vermeiden, man könne ohne Beeinflussung des Verkehrs auf der jetzigen A 1 bauen. Und es ließe sich auf die Verbrennung von mindestens 100 000 Kubikmetern Sondermüll aus der Deponie verzichten, also alleine dafür Kosten von rund 20 Mio Euro einsparen. Sobald eine leistungsfähige und ökologische Lösung für das Autobahnkreuz entwickelt werde, könnte die "Superstelze, die städtebaulich ein Unding ist", vermieden werden. Nachteil: Ein "marginaler Teil" des Neulandparks nördlich der Lastenstraße müsste geopfert werden.

(gkf)
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