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Leverkusen/Köln: A1-Brücke: "Vorhaben ist zum Gelingen verdammt"

Leverkusen/Köln : A1-Brücke: "Vorhaben ist zum Gelingen verdammt"

Bei der Pressekonferenz musste Oberbürgermeister Buchhorn in die Zuschauerreihen. Der Kölner Amtskollege Roters saß auf dem Podium.

Die Verkehrssituation rund um die marode Leverkusener Rheinbrücke wird sich in den nächsten Jahren massiv verschärfen. Bis 2023 stehen auf den Autobahnen im Großraum Köln mindestens 15 Baustellen an. "Wir bemühen uns, den Verkehr irgendwie flüssig zu halten", sagte Verkehrsminister Michael Groschek (SPD) gestern im Düsseldorfer Landtag. Groschek will mit der Wirtschaft und den betroffenen Städten Lösungen erarbeiten, um das zu erwartende Stauproblem in den Griff zu bekommen. "Ich bin mir sicher, dass das mit einem ausgeklügelten Baustellenmanagement gelingen wird", sagte der Minister.

Für leichte Irritationen sorgte bei Vorstellung der Baumaßnahmen, dass Leverkusens Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn (CDU) nur im Zuschauerbereich sitzen durfte, während sein Kölner Amtskollege Jürgen Roters (SPD) auf dem Podium Platz nehmen konnte. Das sei aus Platzgründen leider nicht anders gegangen, hieß es. Groschek hob - vielleicht auch deshalb - die gute Zusammenarbeit mit der Stadt Leverkusen bei den Planungen zum Brückenneubau hervor. "Die Unterstützung und Hilfe ist vorbildlich", sagte er.

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Die Bürgerinitiativen in Leverkusen haben nach Angaben des NRW-Bauministeriums bislang noch keine Klagen eingereicht, die den für 2017 geplanten Brückenneubau gefährden könnten. "Wir hoffen auch, dass das so bleibt", betonte Groschek.

Bei den meisten der 15 Baustellen handelt es sich um vorgezogene Maßnahmen. "Wir versuchen, dass während des Brückenneubaus möglichst wenige Baustellen gleichzeitig laufen", betonte der zuständige Baustellen-Koordinator des Landesbetriebs Straßen.NRW, Mario Korte. Den Verkehr beeinträchtigen werden vor allem der achtstreifige Ausbau der A 3 zwischen Köln-Mülheim und der Anschlussstelle Leverkusen, der Umbau des Autobahnkreuzes Köln-West und der für die Jahre 2016/17 geplante Ersatzneubau des Autobahndreiecks Heumar sowie die Sanierung der A 3 zwischen Autobahndreieck Langenfeld bis zur Anschlussstelle Leverkusen/Opladen.

Für Korte, sind die Maßnahmen ein sehr ehrgeiziges Projekt. "Puffer sind nicht eingebaut. Das Vorhaben ist zum Gelingen verdammt", sagte Korte. Das Konzept bricht zusammen, sollte die Rheinbrücke gesperrt werden müssen. "Alle Planungen basieren darauf, dass die Brücke hält. Ansonsten haben wir ein Problem", sagte Korte weiter.

Kölns Oberbürgermeister Jürgen Roters befürchtet, dass sich der Transitverkehr in den nächsten Jahren - noch mehr als bisher - innerstädtische Ausweichrouten suchen wird. Roters hofft deshalb, dass die Rheinbrücke schnellstmöglich wieder für den Lkw-Verkehr freigegeben wird. Doch Verkehrsminister Groschek ist diesbezüglich nicht sehr zuversichtlich. "Nichts garantiert uns, dass das Bauwerk plötzlich instabil wird und gesperrt werden muss", meinte der Minister.

(RP)