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A1-Brücke in Leverkusen: Debatte um Radwege

Leverkusen/Köln : Neue A1-Brücke: Debatte um breitere Radwege

Die geplante Rheinbrücke soll um insgesamt 1,25 Meter breitere Wege für Fußgänger und Radfahrer bekommen. SPD und Grünen geht das nicht weit genug. Auch der ADFC wünscht sich noch mehr Platz.

Mehr Platz ist die Devise für die geplante Rheinbrücke. Zehn statt bisher vier Spuren sollen Autofahrern die Flussüberquerung auf der A 1 komfortabler machen. Damit nicht genug: Auch die Radfahrer sollen breitere Wege bekommen. Doch die bisherige Planung reicht SPD und Grünen nicht. Sie legten im Kölner Rat einen Dringlichkeitsantrag vor, in dem eine attraktivere Planung der Rad- und Gehwege gefordert wird. Das bisherige Konzept entspreche "in keiner Weise den Zielen des Verkehrskonzeptes ,Köln Mobil 2025', den Anteil des Rad- und Fußverkehrs kräftig zu steigern", heißt es in dem Antrag.

Bisher steht Radfahrern und Fußgängern auf der baufälligen Rheinbrücke auf beiden Seiten je ein Weg zur Verfügung. Auf der Südseite ist dieser mit 2,50 Meter etwas schmaler als auf der Nordseite (2,75 Meter). Nachträglich installierte Lärmschutzwände sind der Grund für die ungleiche Verteilung. Laut aktuellem Planungsstand sind für die neue A 1-Brücke auf beiden Seiten je 3,25 Meter für Radfahrer und Fußgänger eingeplant. "Die Richtlinien außerorts besagen, dass nur ein Weg auf einer Seite mit 2,50 Meter ausreichen würde. Von daher sind insgesamt 6,50 Meter ein ausreichendes Maß", sagt Christoph Jansen, der als Projektleier beim Landesbetrieb Straßen.NRW für die neue Brücke zuständig ist. Jansen zeigt für den Vorstoß von Rot-Grün Verständnis, verteidigt aber das bisherige Konzept: "Es ist ein hehres Ziel, den Fahrradverkehr zu fördern. Aber wir sind der Meinung, dass man mit dieser Planung diesem Ziel entspricht."

Einige Fahrradfahrer klagen über die Enge bei Gegenverkehr auf der aktuellen Brücke. Ob man die neuen Wege so konzipiert, dass - analog zum Kraftfahrzeugverkehr - je eine Seite eine bestimmte Fahrtrichtung vorgibt, lässt Jansen offen: "Es ist sicher eine Frage, welche verkehrsrechtliche Anordnung man nach dem Bau wählt", sagt der Projektleiter. "3,50 Meter sind allerdings schon ein Maß, bei dem sich Fahrradfahrer auch begegnen können."

Die Aussicht vom A 1-Brücken-Radweg auf den Rhein und die Leverkusener Stadtkulisse bietet interessante Ein- und Ausblicke. Foto: US

Marie-Agnes Kratz, Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Leverkusen, erklärt, dass breitere Wege aufgrund des teils hohen Aufkommens an Berufs- und Tourismusverkehr wünschenswert wären: "Jeweils fünf Meter Breite wären schon schön", sagt sie. Jansen entgegnet: "Klar wäre das schön, aber einer muss es am Ende auch zahlen. Es bleibt also immer auch eine Kostenfrage."

Mit 2,50 Meter ist die Südseite der maroden Rheinbrücke bei Begegnungsverkehr für Radfahrer eng bemessen. Foto: Uwe Miserius

Die aktuelle Rheinbrücke ist marode, deshalb gilt ein Fahrverbot für Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen. Ein Neubau ist laut Gutachten unerlässlich. Die Bauarbeiten für die erste Brückenhälfte sollen 2017 beginnen, ihre Fertigstellung ist nach Angaben von Straßen.NRW für das Jahr 2020 geplant.

Hier geht es zur Infostrecke: A1-Brücke: So viele Verstöße gibt es gegen das Lkw-Verbot

(RP)