A1 bei Leverkusen: Gefährliche Buckelpiste durch Bodenplatten an Baustelle

Bodenplatten bei Leverkusen: Buckelpiste auf der A1 irritiert Autofahrer

Die A1 bei Leverkusen gleicht aktuell einer Buckelpiste. Straßen.NRW hat in Höhe der Arena gewölbte Bodenplatten verlegt, um eine Baustelle zu schützen. Laut der Planer ist das sicher. Autofahrer sind anderer Meinung.

Wer auf der Autobahn 1 von Köln nach Leverkusen fährt, kann es täglich erleben: In Höhe der BayArena blinken plötzlich Bremsleuchten auf, Autofahrer steigen in die Eisen. Gerade auch die Fahrer von Lkw und Kleintransportern geraten in Not und regeln ihre Motoren runter. Und trotz gedrosselter Geschwindigkeit müssen sich nicht wenige um ihr Fahrwerk und die Stoßdämpfer sorgen, denn nur mit viel Gerumpel gelingt es, die Hindernisse zu überwinden.

Die nach oben gewölbten Bodenplatten ähneln solchen in verkehrsberuhigten Zonen in Innenstädten. Sie sind zudem grau eingefärbt, heben sich nicht vom Grau des Fahrbahnbelags ab und sind somit erst im letzten Moment zu sehen. Dass Warnschilder aufgestellt wurden und auch ein Tempolimit von 60 km/h eingerichtet ist, ändert wenig an den Irritationen, die die beiden "Autobahnbuckel" auslösen.

Nach Angaben vom Landesbetrieb Straßen-NRW besteht kein Grund zur Besorgnis. "Die Bodenschwellen sind bis 80 Stundenkilometern zugelassen und vom Tüv abgenommen", berichtet Sabrina Kieback, Sprecherin von Straßen NRW. Zwar sei dem Landesbetrieb schon zu Ohren gekommen, dass so mancher Verkehrsteilnehmer die Abdeckungen als kriminell empfinde. "Aber unsere Kollegen sind vorher selbst mit Auto und Motorrad drüber gefahren und sagen, das sei kein Problem." Dasselbe gelte für Lastwagen, denn die Schwellen hätten stark abgeflachte Kanten.

Komplettsperrung wäre einzige Alternative

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Weil die Polizei nach dem Anbringen der Schwellen beobachtet habe, dass einige Autofahrer abrupt abgebremst hätten, habe man noch mehr Schilder aufgestellt, die auf die Bodenwellen hinweisen. Unfälle seien noch keine passiert, heißt es bei Straßen.NRW. "Die Bodenschwellen sind deutschlandweit erprobt", sagt Kieback. "Zuletzt waren sie auf der Autobahn A43 bei Wuppertal vor einer Brücke im Einsatz. Dort galt sogar Tempo 70."

Weil aber auf der Rheinbrücke die Geschwindigkeit auf 60 km/h beschränkt sei, habe man dieses Tempo bis kurz vor das Kreuz Leverkusen-West fortgeführt, um die Autofahrer nicht zu verwirren. Die Abdeckungen seien nötig, um die verschlissenen Fahrbahnübergänge zwischen Rheinbrücke und Stelzenautobahn zu sanieren. "Nachts werden die Abdeckungen hochgeklappt." Dann sei nur noch eine Spur befahrbar.

Vier Wochen werde dies noch dauern. Dann sei die Gegenrichtung an der Reihe. "Die Alternative wäre gewesen, die A1 für zwei Wochen komplett zu sperren. Aber das will sicherlich keiner", sagt Kieback.