A 1-Raststätte: Demo von Lützenkirchen bis Wiesdorf geplant

Raststätten-Bau : A 1: Demo von Lützenkirchen bis Wiesdorf

Gegen eine A1-Raststätte in Leverkusen wird es erneut Protest geben. In einer Größenordnung, die überregional Beachtung finden soll.

Wir wollen keinen Autobahn-Rastplatz in Leverkusen, sagen hunderte Menschen. Schon einmal hatte eine Demonstration mit Tausenden dafür gesorgt, dass die Pläne zur Errichtung einer Autobahnraststätte an der A 1 auf Leverkusener Gebiet auf Eis gelegt wurden. Nun sind sie wieder da. Vor einigen Wochen stellte die Bund-Land-Firma Deges die bevorzugten Standort-Varianten vor: 50 Lkw-Plätze Richtung Wuppertal in Höhe Fester Weg, 50 in die Gegenrichtung auf Burscheider Gebiet. Die Initiative „Lev kontra Raststätte“ plant nun eine neue Demo für Sonntag, 8. September, in Form einer sechs Kilometer langen Menschenkette zwischen Fester Weg in Steinbüchel und Autobahnauffahrt zur A 3 an der Syltstraße.

Wie bei vorherigen Bürgerversammlungen reichten auch am Dienstag die Sitzplätze im Pfarrheim Sankt Maurinus nicht aus, als Initiativen-Sprecher Peter Westmeier die Pläne vorstellte. Viele waren auch aus Burscheid gekommen. „Wir müssen Druck aufbauen und mit dieser Demonstration eine Größenordnung erreichen, die überregional wahrgenommen wird“, sagte er. „Tausend Menschen pro Kilometer, wie zuletzt, sind viel zu wenig. Die ganze Stadt muss zusammenstehen“, forderte Roswitha Arnold (Grüne). Selbst wenn  – wie in sozialen Medien geäußert – nicht alle dieser Meinung sind, ist Westmeier zuversichtlich, dass der Plan gelingen wird. „Wir haben die Schnauze voll“, betonte er, nachdem er die Historie erläutert und die Standortentscheidung so kommentiert hatte: „Die Bewertung der Standorte war manipuliert.“ Dazu komme die Tatsache, dass der Rasthof inmitten eines Landschaftsschutzgebietes geplant sei. Bei einer der letzten Versammlungen berichtete eine Frau unter anderem davon, dass der unter Naturschutz stehende Rote Milan im betroffenen Gebiet kreise.

Außerdem hatte Ursula Heinen-Esser, die einstige parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium und heutige CDU-Landwirtschaftsministerin, festgestellt: „Wenn naturschutzrechtliche Belange so massiv missachtet werden, kann es diesen Standort hier nicht geben.“ Unterstützung erhielt die Initiative unter anderem auch von Oberbürgermeister Uwe Richrath (SPD). „Die Grenze des Belastbaren ist erreicht“, betonte er. „Jetzt müssen wir alle solidarisch zusammenstehen, denn gemeinsam können wir vieles bewirken.“ Besonders vor dem Hintergrund, dass sich das Prozedere bei Einsprüchen bis 2035 hinziehen könne und niemand wisse, wie sich Infrastruktur und Mobilität bis dahin geändert habe, sagte er: „Wir brauchen keine Rastanlage.“

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