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70-jähriger Leverkusener attackierte Sanitäter

Alkohol und Medikamente : 70-jähriger Leverkusener attackiert Sanitäter

Der Mann hatte alkoholisiert um sich geschlagen und auch Polizisten angegriffen. Er musste sich nun vor dem Amtsgericht erklären – Schuldunfähigkeit steht im Raum. Ein Fall für den Sachverständigen.

Immer mehr Rettungskräfte und auch Beamte der Polizei beklagen Gewalt gegen ihre Person am Ort des Einsatzes. Nun musste sich ein 70-Jähriger aus Opladen vor dem Amtsgericht Leverkusen wegen dieses Tatvorwurfs verantworten. Er habe nach einem rauschenden Abend auf der Kölner Straße  in der Opladener Innenstadt sowohl Sanitäter als auch Polizisten angegriffen, beleidigt und bedroht.

Laut Anklageschrift ereignete sich das Geschehen gegen 23.45 Uhr. Der Mann habe  Passanten angepöbelt und diese bedroht. Als er schließlich in einem Hauseingang versackt sei, hätten die umstehenden Personen einen Krankenwagen gerufen. Die Sanitäter, die sich um den älteren Herrn kümmern wollten, seien von ihm jedoch angegangen worden. Ein Faustschlag habe sein Ziel verfehlt.

Die Rettungskräfte hätten den Mann daraufhin an einer Hauswand fixieren und die Polizei rufen können. Diese habe das Geschehen kurz darauf übernommen. Auch die Beamten hätten einem Schlag des Angeklagten ausweichen und ihn zu Boden bringen können. Infolgedessen habe der 70-Jährige die Polizisten beleidigt und ihnen gedroht, er werde sie umbringen.

Der Opladener wirkte ob der Anschuldigungen einmal mehr irritiert. „Ich war an diesem Abend stark alkoholisiert und stand unter dem Einfluss von Psychopharmaka“, sagte er aus. Dass er die Pillen nehme, sei seit vielen Jahren ganz normal für ihn, habe er doch bereits seit etwa 20 Jahren mit einer Depression zu kämpfen.

„Ich kann mich an nichts davon erinnern – aber wenn sie das so vorlesen, bleibt mir nichts übrig, als das zu glauben“, betonte er, und ergänzte: „Das bin nicht ich.“ Er sei ohne Einflussnahme in „diese Szene reingekommen“.

Mittlerweile habe er sich dafür entschieden, das Medikament abzusetzen. Dazu hätten ihm die Ärzte der LVR-Klinik Langenfeld vor gut sieben Monaten geraten. Er nehme nun ein anderes Mittel. Ein Schreiben seiner Psychologin, bei der er einmal im Monat vorstellig werde, wurde durch die Verteidigung verlesen.  Es untermauerte die Ausführungen des Angeklagten.

Darin heißt es, das damals verwendete Medikament führe in Verbindung mit einer großen Menge Alkohol zu großer Gereiztheit, hoher Impulsivität und Verwirrtheit. Das Rauschmittel habe der Opladener, so sagte er, nunmehr aufgegeben. Und auch die Kontakte habe er gesprengt.

So stand schnell eine mögliche Schuldunfähigkeit im Raum. Das Gericht stellte fest, dafür brauche es einen Sachverständigen. Dieser wird sich in den kommenden Tagen mit dem Beschuldigten in Verbindung setzen. Ein Fortsetzungstermin wird dann festgesetzt.