Ausstellung zum Jubiläum : 600 Jahre – Schlebuscher Schützen zeigen ihre Schätze

Ausstellung zum Jubiläum : 600 Jahre – Schlebuscher Schützen zeigen ihre Schätze

Stolz präsentierten die Sank Sebastianus Schützen historische Dokumente aus 600 Jahren Schützengeschichte. Selbst einige der Mitglieder waren überrascht, wie viele Erinnerungen sich mittlerweile angesammelt haben.

Eines der bedeutendsten Stücke der Sammlung ist wohl die Königsplakette aus dem Jahr 1518. Die Silberplaketten werden jedes Jahr vom aktuellen Schützenkönig angefertigt, der darauf ein bedeutendes Symbol des Jahres verewigt. Die Plakette von 1518 ist die älteste noch vorhandene der Schützen und als Jubiläumsplakette verrät sie das Gründerjahr der Schützen 1418. Erst 1928 wurde sie von zwei Spaziergängern in einem Feld gefunden. „Viele der Plaketten wurden gestohlen oder verkauft“, erklärt der Archivar Kurt Saal.

Der Schlebuscher Schützenverein entstand vor 600 Jahren unter Adolf von Berg. Er ist der Begründer der gleichnamigen Grafschaft, die ihren Sitz in Altenberg hatte. „Der Graf von Berg forderte damals jede Ortschaft auf eine Bürgerwehr zu stellen und so entstanden die Schützen“, erklärt der Archivar. Später wurde die Gruppe von bezahlten Söldnern abgelöst und übernahm daraufhin ehrenamtliche Tätigkeiten. Auch der Schutzpatron Sankt Sebastianus verweise auf diese Zeit, denn er ist der Patron der Pestkranken, denen die Schützen damals halfen, erklärt Saal.

Heute sind die Schützen immer noch in der Pfarrgemeinde aktiv. „Außerdem pflegen wir aktiv die Geselligkeit“, betont Saal. Einmal in der Woche treffen sich die Schützen zum Stammtisch in ihrem Vereinshaus. Dieses haben Sie 2002 selbst gebaut. „Da wir das ehemalige Vereinshaus 1932 aufgeben mussten, war dies wohl einer der bedeutendsten Momente für die Schützen“, erklärt der Hobbyarchivar. Insgesamt hat er 104 Ordner mit Material und alten Zeitungsberichten über die Schützen gesammelt. Die Besucher der Ausstellung hatten also einiges zu lesen.

Aber auch die alten Fahnen der Schützen sorgten für Begeisterung bei den Besuchern. Teils waren diese so alt, dass Saal vom Anfassen abriet: „Die Fahne zerfällt fast.“ Wer lieber ein Stück der neueren Vereinsgeschichte sehen wollte, wurde bei den Karnevalsorden der Schützen fündig. Diese sind seit dem Jahr 1988 als Jecke Schützen aktiv. Auch der aktuelle Schützenkönig geht mit dem Trend. Auf seiner Silberplakette findet sich nämlich nicht nur ein Gedenken an die 600 Jahre der Schützen, auch ein Einhorn ist darauf verewigt. „Die findet man ja aktuell überall“, sagt Saal schmunzelnd.

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