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Leverkusen: 350 neue Wohnungen westlich der Bahn

Leverkusen : 350 neue Wohnungen westlich der Bahn

Die Neue Bahnstadt Opladen nähert sich allmählich der Innenstadtbebauung. Nach der Verlegung des Gütergleises sollen in diesem Bereich 350 neue Wohnungen entstehen.

Gestern informierte sich der Staatssekretär im "Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW" Michael von der Mühlen vor Ort über den Stand der Bautätigkeiten und weiteren Planung. Nach seinem gestrigen Gespräch mit Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn, Baudezernentin Andrea Deppe und der nbso-Geschäftsführerin Vera Rottes versprach er Mittel "in angemessener Höhe" aus dem NRW-Wohnraumförderprogramm für den südwestlichen Bereich, wo man bereits mit der Rodung von Bäumen begonnen hat. "Leverkusen ist in der Vergangenheit ein guter Partner gewesen", lobte er die bisherige Zusammenarbeit.

Beispielhaft sei unteranderem viel Wettbewerb und ein hohes Maß an Bürgerbeteiligung. Beides soll es auch für den letzten Abschnitt der Neuen Bahnstadt vorgesehen. Das Konzept sei fein differenziert und am tatsächlichen Bedarf orientiert, so der Staatssekretär. Dazu gehört nicht nur seniorengerechter, sondern auch preiswerter Wohnraum. Beides soll im Südwesten des neuen Quartiers entstehen.

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Von den vorgesehenen 350 neuen Wohnungen werden 80 bis 90 niedrigpreisig sein. Damit entspreche man dem Ratsbeschluss, ein Viertel der Neubauwohnungen mietgünstig zu erstellen, erklärte nbso-Chefin Vera Rottes. Für diese 90 Wohnungen stellte von der Mühlen Fördermittel in Aussicht. Das gestrige Gespräch sei der Auftakt für die weitere Zusammenarbeit zwischen Landesministerium und Stadt, sagte Reinhard Buchhorn. Im Frühjahr wolle man dann gemeinsam eine Informationsveranstaltung mit Beratung für die Bürger durchführen.

Für Baudezernentin Andrea Deppe ist die enge Kooperation mit dem Ministerium nicht nur aus finanziellen Gründen wichtig, sondern auch, weil man vom Know-how profitiere und von den Kontakten, die Zugänge zu Investoren schaffen. "Meine Hoffnung ist, dass von unserem Vorhaben eine Initialzündung für die Bahnersiedlung ausgeht", sagte sie. Bei notwendigen Sanierungen sollten beispielsweise die ursprünglichen Innenhöfe erhalten werden, die zur Wohnqualität beitragen.

Als frühestmöglichen Termin für den ersten Spatenstich im Quartier westlich der Bahn nannte Vera Rottes das Frühjahr 2018. Der Startschuss erfolgte bereits mit der Rodung der Bäume. Denn bevor die südlichen Gütergebäude im Mai abgerissen werden können, müssen Ersatzparkplätze geschaffen werden. Es würden stets etwa 100 Parkplätze an der Bahn zur Verfügung stehen, versprach Rottes. Allerdings müssten die im Laufe der Gütergleisverlegung und Bauarbeiten mehrmals verlegt werden.

Vorgesehen sei eine kleine Kampagne, um Bürger und Bahnreisende zu informieren. "Wir werden auch mit Infoschriften vor Ort sein, wenn der Bahnhof nicht mehr betreten werden kann", sagte Vera Rottes. Der Bauprozess solle den Alltag möglichst wenig stören. Sie hofft, dass die Bahnhofsbrücke im Frühjahr freigegeben werden kann, weil dann der Tunnel geschlossen werden kann und die Bahnsteige über die Brücke zu erreichen sind.

Das große Ziel ist, die neue Güterstrecke am 16. Dezember 2016 freigeben zu können. Danach kann mit der Erschließung des neuen Areals begonnen werden: Kanalbau, Wasser- und Stromversorgung. Auch in diesem Bereich sollen wie im Kerngebiet der Bahnstadt Wettbewerbe ausgeschrieben werden. Das wird vor dem Genehmigungsverfahren einige Zeit in Anspruch nehmen. Parallel werde man schon mit dem Ausbau der neuen Bahnallee begonnen, sagte Vera Rottes.

(mkl)