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34. Bierbörse verbreitet einen „Hauch von Normalität“

Veranstalter sehr zufrieden : Bierbörse funktioniert auch als Corona-Edition

Bei der 34. Auflage der Opladener Großveranstaltung erfreuen sich tausende Besucher an Bier und Bratwurst – und das trotz Einschränkungen. Bierbörsen-Macher Werner Nolden glaubt, dass die Eventbranche nur mit der 2G-Regel eine Zukunft hat.

 Das Wahrzeichen – die Malzmühle – stand nicht an ihrem gewohnten Platz. In Warteschlangen, Anstellbereichen und unmittelbar vor den Verkaufsständen mussten die Besuchermasken tragen. Außerdem fehlten das Zelt, die Musik und besonders „Meister“ Guildo Horn. Aber sonst war (fast) alles wie immer bei der 34. Opladener Bierbörse, der so genannten Corona-Edition.

Weil die sechs Freundinnen mindestens schon zweimal geimpft waren, hatten auch Marianna (23) aus Burscheid und ihre früheren Klassenkameradinnen aus dem Abschlussjahrgang 2017 des Landrat-Lucas-Gymnasiums zusammen mit ihrer Studienkollegin Nadine (22) aus Würzburg nach Vorlage eines Impfnachweises freien Zutritt auf das Gelände an der Wupper. Schließlich war der Besuch nur für Geimpfte und Genesene erlaubt. „Endlich wieder ein Hauch von Bierbörse und ein weiterer Schritt in die Normalität“, strahlte das Sextett erleichtert, das sich am „Standhopping“ versuchen wollte. Als störend empfanden die Freundinnen dabei lediglich, dass überall – außer an Tischen – Maskenpflicht herrschte. Veranstalter Werner Nolden erklärte den Grund dafür: „In Innenräumen und bei Open-Air-Veranstaltungen mit mehr als 2500 Besuchern gilt weiterhin die Maskenpflicht. Diese Regeln gelten für alle Städte und Kreise in NRW, solange die landesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei mehr als 35 liegt.“ In Leverkusen lag die Inzidenz am Freitag bei 106,8.

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Jedenfalls sei er heilfroh, beteuerte Nolden zum Start in die 2G-Saison, endlich wieder arbeiten zu dürfen. Auch wenn er mit dieser Regelung der erste Großveranstalter sei und sich damit nicht viel Freunde mache, sei er dennoch überzeugt, sagte der Bierbörsen-Papst, dass „2G in naher Zukunft die einzige Chance für die gesamte Veranstaltungsbranche sein wird“. Anders seien Events nicht zu mehr finanzieren. Ohnehin müsse die Branche bald schon mit weiteren Problemen rechnen. Denn überall fehle das nötige Personal. Obwohl sich unzählige Bedienstete aus der Veranstaltungsbranche während des Lockdowns eine andere Beschäftigung suchten: Allzu lange Schlangen vor den Ständen gab es nicht beim viertägigen Volksfest, das auch als „Mutter aller Bierbörsen“ gilt, weil es einst in Opladen erfunden wurde. Bei insgesamt 17 Anbietern versorgten sich einige Tausend Besucher mit frisch gezapftem Gerstensaft, während zeitgleich der Duft von Bratwurst wehte. Auffallend viel Andrang herrschte am Hofbräu-Stand, der besonders große Mengen Original-Oktoberfestbier zu bieten hatte. „Weil das Oktoberfest in München ebenso wie die Cannstatter Wasen in Stuttgart ausgefallen ist, konnten wir mit rund 20 Fässern diesmal deutlich mehr als die üblichen zwei ins Rheinland holen“, erläuterte Nolden, der sich am Sonntag höchst zufrieden mit der diesjährigen Veranstaltung und dem „tollen Publikum“ zeigte. 

Alles, was getrunken wurde, musste natürlich auch wieder entsorgt werden. Eigens zu diesem Zweck hatte sich Nolden eine Pumpe gekauft, die stündlich 36.000 Liter aus der zehn Kubikmeter fassenden Grube in den Wuppersammler des Wupperverbandes leiten konnte. Bisher gab es dort noch keine Probleme. Dennoch stand die Technik zur Sicherheit unter Beobachtung.