29-Jähriger am Amtsgericht Leverkusen wegen Besitz von Kinderpornografie verurteilt.

Prozess vor dem Amtsgericht : Kinderpornografie: 29-Jähriger erhält Geldstrafe

Als ein 29-Jähriger im Zeitraum vom 20. Juni bis zum 2. Juli 2018 exakt 541 Bilddateien mit kinderpornografischem Inhalt auf sein Smartphone herunterlädt, wird die Polizei auf ihn aufmerksam. Bei einer Durchsuchung finden die Beamten dann rund 1600 Dateien auf dem Handy, zwei PCs und Festplatten.

Jetzt musste sich der verheiratete Familienvater vor dem Amtsgericht verantworten.

Nach einer langen Verlesung der Anklageschrift durch die Staatsanwaltschaft wurde das Ausmaß der Straftaten deutlich, die Jungen und Mädchen auf den Bildern sind meist noch sehr jung. Der Beschuldigte hörte sich die Vorwürfe regungslos an, die Hände hatte er auf dem Tisch gefaltet. Im Zuschauerbereich sitzen Familie und Arbeitgeber.

Schnell gab der 29-Jährige die Taten zu. Er habe die Bild- und Videodateien heruntergeladen und angesehen. In der Folge betonte er etwas Überraschendes: „Ich bin froh, dass ich erwischt wurde.“ Es sei schwer, über das Thema mit jemandem zu sprechen. Er habe große Bedenken gehabt. „Man hat Angst, dass man sofort als schlechter Mensch verurteilt wird“, führte er aus. Die Durchsuchung und das gegen ihn veröffentlichte Verfahren sei der nötige Schubs gewesen, den er gebraucht habe: „Endlich konnte ich auspacken.“ Noch gleich am Tag, an dem er erwischt worden war, habe er sich nach Therapiemöglichkeiten erkundigt.

Die, das belegte ein Dokument, habe er erfolgreich abgeschlossen. Dennoch besuche er die Stelle, bei der er seit eineinhalb Jahren vorstellig ist, in Düsseldorf weiterhin ein Mal im Monat. Laut des Gutachtens des Therapeuten seien bei dem Leverkusener keine pädophilen Neigungen vorhanden, auch für die junge Tochter bestehe keine Gefahr. Die Bilder seien demnach eine Ausflucht aus seiner Einsamkeit gewesen, eine Rückfallwahrscheinlichkeit sei aufgrund seines Unrechtsbewusstseins und der Reue gering.

Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Geldstrafe in Höhe von 9000 Euro sowie die Übernahme der Gerichtskosten durch den Angeklagten. Die Verteidigung schloss sich den Ausführungen der Staatsanwaltschaft größtenteils an, führte allerdings aus, eine Selbsteinweisung sei keineswegs selbstverständlich. Dazu erschrecke zwar die Masse an Bildern und Videos, die aber seien meist nur in Paketen zu 100 herunterzuladen. „Das soll keine Entschuldigung sein, ich will nur sensibilisieren“, sagte der Anwalt.

Das Gericht wich leicht vom Antrag der Staatsanwaltschaft ab und verhängte eine Geldstrafe von 6400 Euro gegen den Angeklagten. Hinzu kommen noch die Kosten des Verfahrens, die bei rund 10.000 Euro liegen.