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Leverkusen: 20 Kilo Kokain in Bananenkiste

Leverkusen : 20 Kilo Kokain in Bananenkiste

In der örtlichen Bananenreiferei haben Angestellte in einem Obsttransportkarton am Donnerstag 20 Kilo Kokain entdeckt und schalteten die Polizei ein. Die ermittelte den Straßenverkaufswert des Rauschgifts: bis zu 1,6 Mio Euro.

Mehr als 30 000 Karton voll mit Bananen kommen pro Woche in einer Bananenreiferei in Leverkusen an. In einer lagen diese Woche 20 Kilogramm Kokain.

Donnerstag arbeiteten Angestellten des Bananimporteurs wie gewohnt mit den Kartons. Eine Transporkiste machte die Arbeiter stutzig. "Aufgefallen war sie wegen ihres Gewichts und weil die oben sichtbaren Bananen nicht "wie normalerweise sortiert" in dem Karton lagen", teilte die Polizei gestern mit. Die Arbeiter schauten nach u nd entdeckten zwanzig fein mit Klebeband umwickelte Pakete. Die Männer benachrichtigten umgehend die Polizei.

Schmuggler verloren Kontrolle

Die stellte mittels eines Drogenschnelltests fest: Bei dem weißen Stoff in den Kilo-Paketen handelt es sich um gepresstes Kokain. "Der Großhandelspreis für 20 Kilogramm liegt bei etwa 600 000 Euro. Der Straßenverkaufswert wird, je nach Streckung des Stoffs, auf eine bis 1,6 Millionen Euro geschätzt", bezifferte gestern die Behörde den Wert des weißen Pulvers.

Wie das Rauschgift in die Leverkusener Bananenreiferei gelangte, deren namen die Polizei nicht nennen wollte (allerdings gibt es vor Ort nur eine, Fruchtimporteur Pott), konnten die Beamten rasch herausfinden: Die Frachtpapiere verrieten den Lieferweg der Drogen-Kiste.

Sie stammt aus Kolumbien. Vergangenen Freitag, 23. Mai, lagerte der Bananenkarton "als Teil einer Lieferung von insgesamt 1150 Kisten" auf einem aus Kolumbien kommenden Frachter im Antwerpener Hafen in Belgien. Dort wurde sie an jenem Tag für den Weitertransport in die Reiferei auf einen Laster geladen und schaukelte Richtung Bananenimporteur im Rheinland.

Die Kriminalpolizei geht nach bisherigen erkenntnissen davon aus, dass den Dealer, die den Stoff über die Bananenkisten einschmuggelten, mit jeder Kiste eine Panne unterlaufen ist. Sie konnten deshalb nicht mehr kontrollieren, auf welche Reise die Bananenkiste mit dem Rauschgift aus Südamerika von Antwerpen aus ging.

Nur ein Teil eines größeren Deals

Dafür spricht ein weiterer aufgerissener, leerer Karton. Der besagt laut Polizei auch, dass es sich bei den jetzt in Leverkusen aufgefundenen Drogen lediglich um einen Teil einer nicht bekannten Gesamtmenge Kokain handelt. Die 20 Päckchen, die von Leverkusen aus in einem Müllsack nach Köln gebracht wurden, präsentierte die Behörde gestern im Präsidium in Kalk kurz der Presse. Anschließend ging das beschlagnahmte Material zur weiteren Ermittlunsgzwecken in die Spurensicherung.

(RP)