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1947 ging die Volkshochschule Leverkusen an den Start

Die Wurzeln der heutigen VHS sind schon gut 100 Jahre alt : Volkshochschule Leverkusen – Weiterbildung seit 75 Jahren

1947 ging die Volkshochschule Leverkusen genau genommen schon zum zweiten Mal an den Start. Warum das so gewesen ist, hat Lokalhistoriker Reinhold Braun jetzt in einem Vortrag zum Jubiläum erläutert und damit auch an ein spannendes Stück Stadtgeschichte erinnert.

Die Volkshochschule Leverkusen ist 75 Jahre alt. Ihre Geschichte ist allerdings schon viel älter. Nach dem Ersten Weltkrieg erlebte die Weimarer Republik einen richtigen Schub von Volkshochschul-Eröffnungen. Da beschloss man sowohl in Wiesdorf als auch in Opladen die Einrichtung kommunaler Bildung für Erwachsene. Am 9. Februar 1920 startete das Winterhalbjahr mit einer Vortragsreihe und Sprachkursen in Englisch und Französisch. Dozenten waren Mittelschullehrer, wie auch der erste Leiter Peter Wiemar. Wenig später ging die Städtische Volkshochschule Opladen unter Leitung von Oberlehrer Alex Hermandung an den Start. Doch nach zwei Jahren wurden die Angebote wieder eingestellt. Nach 1922 finden sich keine Dokumente mehr, hat Lokalhistoriker Reinhard Braun festgestellt. Ob aufgrund der Weltwirtschaftskrise, politischer oder ganz anderer Ursachen lasse sich nur mutmaßen.

Der Vorsitzende des Bergischen Geschichtsvereins Abteilung Leverkusen-Niederwupper hielt am Mittwoch einen Vortrag über die Geschichte. Die bescheidene Präsenzveranstaltung im Agamsaal wurde live gestreamt, um mehr Menschen erreichen zu können. Die Digitalisierung und hybride Angebote sind die neuste Entwicklung in der VHS, sagte Günter Hinken, der die Leitung vor einem Jahr übernommen hat und die anschließende Diskussionsrunde moderierte. Doch zuerst die Betrachtung der VHS-Geschichte:

 Reinhold Braun, Ernst Küchler und Günter Hinken (v.l.) blickten auf mehr als 100 Jarhe Volkshochschul-Gechichte zurück.
Reinhold Braun, Ernst Küchler und Günter Hinken (v.l.) blickten auf mehr als 100 Jarhe Volkshochschul-Gechichte zurück. Foto: Miserius, Uwe (umi)
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Erst nach 1945 gab es wieder Bestrebungen zu Neugründungen. Im Leverkusener Erholungshaus fand die Eröffnungsfeier am 27. Januar 1947 statt. Das Datum gilt als offizieller Geburtstag der heutigen Volkshochschule Leverkusen, längst vereint mit der Opladener Einrichtung, die im März 1947 begann. Die Ziele: „Erfassung der naturwissenschaftlichen und geistesgeschichtlichen Daseinszusammenhänge wie zur Ehrfurcht vor dem Unerforschten, zur Ehrerbietung vor der Glaubensüberzeugung anderer zu befähigen, die Wege zur Teilnahme am Schaffen der Künstler zu ebnen, die Gestaltung der Gemeinschaft nach demokratischen Prinzipien zu fördern…“ Neben Vorträgen und (Sprach-)Kursen gab es in beiden Kommunen Arbeitsgemeinschaften, Führungen, Konzerte, Bühnenspiele und Ausstellungen.

In Opladen war die VHS zunächst im alten Aloysianum, später mit der Stadtbibliothek an der Düsseldorfer Straße untergebracht. In den Archiven der Stadt und der VHS fand Reinhold Braun deutlich weniger als über die Einrichtung in Wiesdorf. Vom alten Rathaus wurde die Geschäftsstelle 1951 ins Schloss Morsbroich verlegt, wo auch die ersten Aufführungen etwa der neuen Theatergruppe und des Musizierkreises stattfanden. Erster hauptamtlicher VHS-Leiter wurde 1960 Willi Kreiterling, zugleich noch Kulturamtsleiter.

Erst Ernst Küchler war ab 1972 ausschließlich für die Belange der VHS zuständig, die gerade ins neu gebaute Forum gezogen war. Er erinnerte nach dem Vortrag an den Aufschwung, den das Weiterbildungsgesetz von 1975 brachte: Statt 2,5 wurden nun sechs Stellen finanziert. Das Angebot wurde ausgeweitet, besonders in den Bereichen Sprachen und Freizeit, und es gab (teils brisante) politische Vorträge und Diskussionen.