Leverkusen: 14 Künstlerinnen durften machen, was sie wollen

Leverkusen: 14 Künstlerinnen durften machen, was sie wollen

Die entnervte Reaktion von Ellen Loh-Bachmann wurde zum Programm für dieses Jahr: "Macht, was ihr wollt!" Normalerweise gibt es ein verbindliches Thema für die Gemeinschaftsausstellung ihrer Eloba-Malschule. Immer taten sich einige schwer damit. Die plötzliche Freiheit war auch keine Lösung, tatsächlich hat sich jede der drei Malgruppen deswegen ein eigenes Unterthema ausgewählt.

Die Leiterin nahm es mit einem Schmunzeln hin und teilte die Ausstellungsfläche im Hauptraum der Friedenskirche entsprechend in drei Bereiche. Dort sind jetzt alle 14 Ausstellerinnen exemplarisch vertreten, weitere Bilder sind im Foyer, wo außerdem gerahmte Zeichnungen hängen, die Eloba in ihren Kursen als Lockerungsübung machen lässt. In zwei Minuten sollen sich die Teilnehmer gegenseitig zeichnen. Bei verschärften Spielregeln dürfen sie nicht aufs Papier sehen.

Die Malgruppen sind gemischt, von der Anfängerin, die erst vor zwei Monaten begonnen hat, bis zu den lange "Ausgelernten", die aus reinem Vergnügen die Treue halten. "Der Weg ist das Ziel" - dieses Thema trifft nicht nur auf die Bildinhalte, sondern auch auf die Ausbildung zu, an deren Beginn für alle verbindlich der mexikanische Tontopf steht, der mit Kohle zu zeichnen ist.

Drei neue Exemplare der Neuzugänge Angelika Keil, Rita Mertens, Katja Soodt entdecken die Besucher an der Eingangstür. Alle drei üben sich noch in der Kohletechnik, mit einer surrealistischen Szene oder mit landschaftlichen Wegen. Bei Marion Karlhofer, die mit Pastellkreiden auf Papier arbeitete, steht zu Beginn ein einziger Strich, aus dem sie interessante Gesichter entwickelt. Für "Licht im Dunkel" hat sich die zweite Gruppe entschieden. Margret Hess fand die Motive in der Märchenwelt und setzte sie ebenso in Pastell um wie Angela Steinert, die einen Messeraum malte und ein Detailbild der aus vielen Glaskugeln bestehenden Deckenleuchte.

Die anderen drei Malerinnen der Gruppe haben ihre Ausbildung bereits abgeschlossen und arbeiteten mit Öl auf Leinwand. Maria Jungglas fing die beklemmende Stimmung einer einsamen Straße bei Laternenschein ein, Vera Leweke setzte Lichteffekte in einer Canyon-Landschaft um, Karin Rheingans untersuchte die Lichtstimmung bei einer Ü 30-Party. "Ins Gesicht geschaut" haben vier Malerinnen ihren Modellen. Patricia Dick malte venezianische Masken, Ines Willenborg expressionistische Porträts. Sabine Richter interessierte sich für "Kopfschmuck" und Jeanine Weber betrieb Studien mit "Frau Macke". Die jüngste Schülerin, Jana Weinberger, schuf Spongebob-Figuren.

Eröffnung der 21. Jahresausstellung der Eloba-Schule für Malerei, morgen, 15. April, 16 Uhr, evangelische Friedenskirche, Merziger Straße/Waldsiedlung. Geöffnet (bis 29. April) Di. und Do., 18-19 Uhr, So., 11-13 Uhr.

(mkl)