Leverkusen: 14 Flüchtlinge finden Asyl im Pfarrhaus

Leverkusen : 14 Flüchtlinge finden Asyl im Pfarrhaus

Am Donnerstag wurden zwei gerade in der Stadt angekommene Familien aus Afghanistan spontan im ehemaligen evangelischen Pfarrhaus Schlebusch aufgenommen. 40 ehrenamtliche Helfer stehen zur Unterstützung bereit.

Zwei Flüchtlingsfamilien, die gerade aus Afghanistan nach Deutschland gekommen sind, haben im ehemaligen Pfarrhaus der evangelischen Kirchengemeinde Schlebusch gestern so etwas wie eine neue Heimat gefunden. In einer Soforthilfeaktion haben Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn und Gemeindepfarrer Jürgen Dreyer dafür sorgen können, dass die kurzfristig angekündigten 14 Flüchtlinge, die unbedingt zusammen untergebracht werden wollten, ein geeignetes Obdach finden - und sogar mehr als das: Die beiden Familien können ihre Kinder im Garten des alten Pfarrhauses spielen lassen.

Dreyer hatte der Stadt das alte Pfarrhaus als mögliches Flüchtlingsquartier erst vor wenigen Tagen angeboten, als der Kindergarten, der dort vorübergehend untergebracht war, ausziehen konnte. Die Stadt habe sofort zugriffen und einen Mietvertrag für drei Jahre, mit der Option auf fünf Jahre, für das Pfarrhaus abgeschlossen: "Und am Freitag stand Herr Buchhorn hier mit seinen Leuten, um in aller Eile alles für die Flüchtlinge vorzubereiten", berichtet der Pfarrer und lobt die gute Zusammenarbeit mit der Stadt.

Das Gebäude sei soweit in Ordnung, verfüge über mehrere Stockwerke mit großen, hellen Räumen. Es gebe zwei Duschen und drei Toiletten. Betten, Schränke und sonstige Einrichtungsgegenstände habe die Stadt zur Verfügung gestellt. Um den Familien zu helfen, stehen laut Pfarrer Dreyer schon 40 Ehrenamtler im Ortsteil Schlebusch bereit. "Wir müssen die Flüchtlinge aber zuerst ankommen lassen und sie nicht überrennen", sagt Dreyer. Er habe deshalb alle 40 Helfer über die Ankunft der Familien aus Afghanistan informiert und halte sie nun in Bereitschaft. "Wir schauen jetzt, was die Flüchtlinge, die sofort selbstständig einkaufen und kochen sollen, zuerst benötigen. Vier bis fünf Frauen haben sich schon bereiterklärt, mit ihnen einkaufen zu gehen. Dabei wissen wir natürlich noch nicht einmal, ob und wie die Flüchtlinge Englisch können", merkt Dreyer an. So gut vorbereitet ist Schlebusch auf den spontanen Zuzug der afghanischen Familien aus einem guten Grund: "Wir haben uns schon vor längerer Zeit nicht nur aus der evangelischen, auch aus der katholischen Kirchengemeinde und aus den Schulen in Schlebusch an dem von der CDU angeregten Runden Tisch zusammengefunden, um auf die angekündigten Flüchtlinge im Containerdorf an der Straße Im Bühl vorbereitet zu sein", berichtet Dreyer, der überwältigt ist von der Hilfsbereitschaft der Schlebuscher. Beispiel: Ein Mann habe gar angeboten, Computer mit arabischer Tastatur anzuschaffen. Denn im Gemeindehaus steht ein Internet-Café bereit, damit die Flüchtlinge zumindest virtuell einen gewissen Kontakt zu ihrer verlorenen Heimat halten können.

(RP)