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100 Tonnen Laub in Leverkusen pro jahr

Wer muss wann wo die Blätterflut beseitigen? : Tonnenweise Laub in Leverkusen

Für einen Indian Summer ist es derzeit wohl ein bisschen zu kalt in der Stadt. Die bunten Blätter an den Bäumen machen trotzdem derzeit was her. Und bald schon den Einsatz von Kehrmaschinen nötig. Wir fassen zusammen, wer wann wo fegen muss. Allein die Technischen Betriebe der Stadt beseitigt rund 100 Tonnen Laub pro Jahr.

In allen Farben und Formen kann es im Herbst entzücken – von gelb über orange bis rot.  Der Neulandpark zum Beispiel leuchtet derzeit geradezu vor bunt gefärbtem Herbstlaub. Wunderschön. Zumindest solange die Blätter noch an den Bäumen sind. Liegt die Blätterflut erstmal auf dem Boden, sorgt sie mitunter für Ärger, ungewollte Rutschpartien, Knochenbrüche. Heißt für Stadt und private Grundstückseigentümer: In den nächsten Wochen kommen Laubbesen, -bläser und Co. aus dem Geräteschuppen. Es darf, nein, es muss gefegt werden.

Für die Stadt sind die Mitarbeiter der Straßenreinigung zusätzlich zu ihren sonstigen Aufgaben fürs Beseitigen des Laubs der städtischen Bäume von den öffentlichen Verkehrsflächen zuständig. „Rund 50.000 städtische Laubbäume gibt es im Stadtgebiet, davon rund 12.000 Straßenbäume“, sagt Stadtsprecherin Ariane Czerwon. „Um der Laubflut Herr zu werden, setzen die Technischen Betriebe der Stadt zusätzlich zu den täglich verkehrenden Kehrmaschinen verstärkt Teams ein, die manuell oder mit Hilfe eines Laubsaugers für die Entfernung des Laubes an Stellen sorgen, die durch Kehrmaschinen nicht erreichbar sind oder an denen die schiere Menge an Laub durch Kehrmaschinen nicht aufgenommen werden kann.“

 Wo ist Rad- und wo Gehweg? Laub am Berliner Platz verdeckt’s.
Wo ist Rad- und wo Gehweg? Laub am Berliner Platz verdeckt’s. Foto: Ludmilla Hauser
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Um Herr übers Herbstlaub zu werden, müssen die TBL-Mitarbeiter mitunter von den Reinigungsintervallen abweichen. Es kann zu Verzögerungen  bei der Straßenreinigung kommt – vor allem nach stürmischen Tagen. Dann  müssen auch die Privatleute ran. Anliegende Grundstückseigentümer sind für die Bürgersteige verantwortlich. „Als freiwilligen Service lassen die TBL mit Unterstützung der Avea Laubsäcke an die Anwohner von Straßen verteilen, die viele städtische Bäume unmittelbar vor ihrer Haustür haben und die wegen ihrer Größe während der Laubzeit für einen deutlich erhöhten Reinigungsaufwand der Gehwege sorgen“, ergänzt die Sprecherin.

Und sie nennt eine beeindruckende Zahl: Allein die Laubmenge, die die Laubsauger der TBL aufnehmen und durch die Avea  eingesammelt wird, liegt bei 100 bis 110 Tonnen pro Jahr. Nicht mitgerechnet: die Blätter, die die Kehrmaschinen bei ihren täglichen Kehrtouren auflesen. Wie groß diese Menge ist, lässt sich laut Czerwon nicht beziffern, denn das Laub ist mit dem allgemeinen Straßenkehricht vermischt.

 Am Neuenhof sind schon erste Laubhügel zu erkennen.
Am Neuenhof sind schon erste Laubhügel zu erkennen. Foto: Miserius, Uwe (umi)

In der nun startenden Laub-Saison kehren die TBL einmal pro Woche die Straßen, die in ihren Zuständigkeitsbereich fallen. Zusätzlich werde bei Bedarf „ohne feste Planvorgabe“ ein Laubwagen mit Sauggerät eingesetzt. „Standardmäßig sind vier große Kehrmaschinen, zwei mittlere und eine kleine Kehrmaschine speziell für Fahrradwege im Einsatz“, berichtet Ariane Czerwon.  Auch bei Radwegen erfolge eine Reinigung einmal wöchentlich.

In Parks, auf Spielplätzen und Friedhöfen entlaubt die Stadt dann mehrfach pro Woche. Bei Gehwegen vor städtischen Gebäuden müssen die  Gebäudebetreuer mit dem Laubbesen ran – je nach Bedarf und Notwendigkeit.

Ganz so wie private Grundstückseigentümer.„Verkehrsteilnehmer müssen im Herbst mit Gefahren durch Laub rechnen. Passanten können laubfreie Gehwege nur zwischen sieben und 20 Uhr erwarten“, betont Volker Winands, Geschäftsführer von „Haus & Grund“ Leverkusen. „Kann der Eigentümer nachweisen, dass regelmäßig gekehrt wurde, haftet er im Schadensfall nicht.“

Eigentümer müssen dabei nicht unbedingt selber mit der Harke ans Werk. Die Aufgabe können sie auch abgeben – etwa an Dienstleister oder auch an Mieter. „Eine vertragliche Vereinbarung ist in diesem Fall nötig, damit die Haftung geklärt ist“, betont er. „Der Vermieter hat die Pflicht zur Überwachung, Mieter müssen aber nicht täglich nachkehren.“

In Häusern mit Eigentumswohnungen sind alle Bewohner für das Laubfegen verantwortlich. Wer einen Dienstleister beauftragt, kann die Kosten als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen.

Volker Wienands rät übrigens von  Laubsammlern oder -bläsern ab. „Die Geräte verursachen großen Lärm und können Kleintiere töten.“ Beschränkt sei der Einsatz ohnehin: „Die Maschinenlärmschutzverordnung des Bundes erlaubt den Betrieb von Laubbläsern und -sammlern nur von neun bis 13 Uhr und von 15 bis 17 Uhr.“