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Leverkusen/Düsseldorf: 100 000 für Kinderkrebsklinik Düsseldorf

Leverkusen/Düsseldorf : 100 000 für Kinderkrebsklinik Düsseldorf

Beim Voigtslacher Wiesenfest in Leverkusen wird jährlich für die Kinderkrebsklinik Düsseldorf gesammelt – bisher insgesamt 100 000 Euro. In diesem Jahr fließt das Geld in die Forschung – 2012 wurde ein Elternhaus-Bau unterstützt.

Beim Voigtslacher Wiesenfest in Leverkusen wird jährlich für die Kinderkrebsklinik Düsseldorf gesammelt — bisher insgesamt 100 000 Euro. In diesem Jahr fließt das Geld in die Forschung — 2012 wurde ein Elternhaus-Bau unterstützt.

Die kleine Gianna sitzt mit ihrer Mutter an einem runden Tisch. Sie malt ihren Namen in bunten Buchstaben auf ein weißes Blatt Papier. Die Siebenjährige ist an einen Infusionsständer angeschlossen. Gianna hat Leukämie — Blutkrebs. Seit drei Monaten wird das Mädchen aus Gronau in der Düsseldorfer Kinderkrebsklinik behandelt. Obwohl die Siebenjährige schwer krank ist, wirkt sie im bunt dekorierten Spielzimmer, in dem die Kinder von zwei Pädagoginnen betreut werden, ausgelassen und fröhlich.

Auf der onkologischen Station gibt es 23 Betten. Die Kinderkrebsklinik Düsseldorf zählte im vergangenen Jahr 1376 Behandlungen. Die Behandlung ist extrem aufwendig und teuer. Ohne die Arbeit der Elterninitiative Kinderkrebsklinik e. V. wäre das nicht möglich. Die Initiative unterstützt die Kinderkrebsklinik seit 1979 durch Spenden. Davon werden nicht nur die Stationen kinderfreundlich ausgestattet. Modernste medizinische Geräte weden angeschafft, das Personal bezahlt und die Krebs-Forschung vorangetrieben.

Auch beim Voigtslacher Wiesenfest in Leverkusen wird seit Jahren für die Düsseldorfer Kinderkrebsklinik gesammelt. Insgesamt kamen schon 100 000 Euro für die Düsseldorfer Kinderkrebsklinik zusammen. Allein in diesem Jahr wurden 9500 Euro gesammelt. "Durch das Geld soll die Entwicklung einer Antikörper-Therapie für leukämiekranke Kinder vorangebracht werden", kündigt Sven-André Dreyer, Sprecher der Elterninitiative Kinderkrebsklinik, an. Dies ist nur eines von vielen Projekten, das die Elterninitiative unterstützt. 2011 kamen die Leverkusener Spenden dem Bau einer Knochenmarkstransplantations-Station zugute.

Jüngstes Projekt ist der Bau eines Elternhauses auf dem Gelände der Uniklinik. Kosten: rund 1,6 Millionen Euro. Auch dieses Haus hat Leverkusen im vergangenen Jahr durch Spenden mitfinanziert. Kein leichtes Projekt: Die Planungszeit betrug 20 Jahre. Eineinhalb Jahre wurde gebaut. "Damit ist ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen", sagt Sven Dreyer. Gründe für den Bau gab es reichlich. "Viele der kleinen Patienten kommen von weit her, sie reisen aus ganz Europa wegen des guten Rufs der Klinik an", sagt Dreyer. Für die Kinder sei es wichtig, die Eltern in dieser schweren Zeit immer in ihrer Nähe zu wissen.

Das neue Haus hat zwölf Appartements, die jeweils 33 Quadratmeter groß sind. Ausgestattet sind die Räume mit Bad, kleiner Küche, französischem Balkon, TV und Telefon. Zusätzlich gibt es einen Gemeinschaftsraum, der vor allem für die betroffenen Eltern gedacht ist. "Hier können die Eltern miteinander ins Gespräch kommen und sich austauschen. Sie haben ja das gleiche Schicksal", sagt Dreyer.

In den Appartements hätten die Eltern die Möglichkeit sich zurückzuziehen und doch nahe bei ihren Kindern zu sein. Vor allem bei Eltern, deren Kinder lange stationär behandelt werden, sei die Nähe zu den Kindern wichtig und fördere die Genesung. In Kürze soll das Haus bezugsfertig sein. Es sei in erster Linie für Familien gedacht, die von weit herkommen und nicht täglich den Weg zur Klinik bewerkstelligen könnten. Pro Nacht soll das Appartement rund 15 Euro kosten. "Es besteht die Möglichkeit, dass die Krankenkassen die Summe übernehmen", sagt Dreyer. Um den jungen Patienten den Aufenthalt in der Klinik so weit wie möglich zu erleichtern, organisiert die Elterninitiative unter anderem Ausflüge für Kinder und Jugendliche, ein regelmäßiges Eltern- und Kinderfrühstück auf der Station, Ferienfreizeiten, auch für Geschwisterkinder. Und um den jungen Besuchern die Wartezeit in der Ambulanz zu "versüßen", bekommen die Besucher dort Waffeln gereicht. Alles dank Spenden.

(RP)