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Schwerpunkt Einzelhandelsprobleme: Zwei streiten sich um eine Markthalle

Schwerpunkt Einzelhandelsprobleme : Zwei streiten sich um eine Markthalle

Der vom Bauausschuss abgewiesene Markthallenplaner André Kleinpoppen und Bürgermeister Ernst Müller sind in eine heftige Kontroverse geraten. Sie bezichtigen sich gegenseitig, die Unwahrheit zu sagen, wer das Projekt in Gang gesetzt hat.

Streit gibt es zwischen Bauunternehmer André Kleinpoppen, dessen Markthallen-Projekt von der Politik abgelehnt worden ist, und Bürgermeister Ernst Müller. Sie bezichtigen sich gegenseitig, die Unwahrheit zu sagen. Müller meint, Kleinpoppen sei massiv auf ihn zugegangen. Kleinpoppen stellt es andersherum dar: "Ich hatte im Bauausschuss nach der Vorstellung der Markthalle eigentlich Applaus erwartet, wie das sonst in anderen Städten der Fall war." Stattdessen habe schon fast Totenstille, die Ruhe vor dem Sturm geherrscht: "..eine merkwürdige Atmosphäre", sagt Kleinpoppen und gibt zu, dass er sich von der Stadtverwaltung und der Politik mächtig verschaukelt fühlt: "Ich könnte mich ungeheuer aufregen", meinte er auch gestern Nachmittag noch, lange nach seiner Präsentation im Bauausschuss am Montagabend.

Bürgermeister Ernst Müller meldete sich allerdings auch bei der RP und schilderte seine Version: "Die Stadt hat Herrn Kleinpoppen nicht beauftragt, eine Markthalle am Brückerfeld zu planen. Es gibt nur einen, der ihn beauftragt hat, und der heißt Kleinpoppen. Nur er selbst hat das in Gang gesetzt und ist auf die Stadt zugekommen", machte Müller deutlich. Die Stadtverwaltung habe lediglich die Aufgabe übernommen, wie immer bei derartigen Plänen, diese in einer Verwaltungsvorlage für den Fachausschuss zu formulieren. Müller betont: "Herr Kleinpoppen hat dann immer weiter gedrängt. Von uns hat er aber keinen Auftrag bekommen."

Kleinpoppen entgegnet aber: "Die Verwaltung ist sehr wohl an mich herangetreten." Der Bürgermeister habe ihn zu einem Gespräch eingeladen. Zum Beweis habe er Aktennotizen. Diese stellte er gestern der RP zur Verfügung. In zwei von drei Protokollen heißt es da noch unter einem Vermerk "Gesprächsverlauf freundlich". Dies würde Kleinpoppen nach der Ausschusssitzung vom Montagabend so nicht mehr unterzeichnen. In einer Gesprächsnotiz Kleinpoppens vom 5. Juni 2013 steht: "Herr Müller befürwortet ausdrücklich das Vorhaben...Herr Müller möchte kurzfristig einen Aufstellungsbeschluss zur Bebauung erwirken, um dann in Verkaufsgespräche mit AK (André Kleinpoppen) zu treten." Am 19. Juni notierte Kleinpoppen: Nachdem die Verwaltungsspitze die Markthalle am Brückerfeld befürwortet habe, wolle nun auch das Planungsamt und die gesamte Verwaltung das Verfahren begleiten.

Erneut von der RP nun auch zu diesen Aktennotizen befragt, sagte der Bürgermeister gestern gelassen: "Ich lasse mir diese Rolle nicht zudichten. In Gesprächsnotizen kann man alles hineinschreiben. Da muss Herr Kleinpoppen einiges falsch hinein interpretiert haben." Tatsächlich habe es am 5. Juni 2013 ein Gespräch mit Kleinpoppen im Rathaus gegeben. Dieser sei aber wegen eines anderen Bauvorhabens, nämlich der Kirchstraße, bei ihm vorstellig geworden, erinnert sich Müller. In diesem Zusammenhang sei zwar möglicherweise auch über die Markthalle gesprochen worden, räumt Müller ein. Ganz deutlich erinnere er sich aber, dass er Kleinpoppen lediglich geraten habe, zuerst mal das politische Votum für die Markthalle einzuholen. Und daran sei Kleinpoppen nun gescheitert.

(RP)