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Leichlingen: Zwei Jahre Baustelle - Kirche öffnet jetzt

Leichlingen : Zwei Jahre Baustelle - Kirche öffnet jetzt

Die evangelische Kirche wurde zwei Jahre lang aufwändig von Denkmalspezialisten saniert, denn die alten Fenster waren undicht. Und es gab Schwammbefall im Gemäuer. Am Sonntag wird Einweihung mit einem Orgelkonzert gefeiert.

Wenn am kommenden Sonntag Kantorin Tanja Luthner zu einem kleinen Orgelkonzert einlädt, dann aus einem ganz besonderen Anlass: Nach zweieinhalb Jahren Bauzeit ist die Sanierung des Innenraums der evangelischen Kirche Leichlingen nun so gut wie abgeschlossen. Vor allem die undichten und verbeulten Fenster hatten dazu geführt, dass Wasser eingedrungen und hinter die Holzvertäfelung gelaufen war. Schwammbefall war die Folge. Nun aber sind die Schäden von vielen Fachmännern unter Leitung der Architektin Ilsetraut Popke behoben worden. "Jetzt kann es wieder losgehen", sagt die Kölnerin, die bereits das Leichlinger Bürgerhaus saniert hat.

 Dreifarbig wurden die Säulenkapitelle in der evangelischen Kirche an der Marktstraße gestrichen.
Dreifarbig wurden die Säulenkapitelle in der evangelischen Kirche an der Marktstraße gestrichen. Foto: Uwe Miserius

Vergangenes Jahr wurde die Holzvertäfelung entfernt. Dahinter hatte sich auf dem Gipsputz Schwamm gebildet. Der Putz musste abgestemmt und erneuert werden. Dann wurde die Vertäfelung neu und mit etwas Abstand zur Wand angebracht. So bekommt die Wand etwas Luft, was auch vor Schimmel schützen soll. Alle Bänke wurden abmontiert und saniert. Mit den verschiedensten Restauratoren hat die Architektin zusammengearbeitet. Für jedes Gewerk muss ein anderer Fachmann ran - natürlich alles in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde und dem Rheinischen Amt für Denkmalpflege, die solch eine Sanierung eines denkmalgeschützten Gebäudes überwacht.

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"Das Ziel ist es, nicht nur die Optik zu verschönern, sondern auch dafür zu sorgen, dass keine weiteren Schäden entstehen. Das heißt, wir haben auch kleinere Schäden bereits repariert, bevor noch mehr passieren kann", sagt die Kölner Architektin. Möglichst viel der alten Bausubstanz - die Kirche im bergischen Barock geht auf das Jahr 1753 zurück - sollte erhalten bleiben. Der Turm in neuromanischer Form kam 1877 dazu.

Aufwändiger und teurer war die Fenstersanierung, die in diesem Jahr folgte. Sie schlug mit 87 000 Euro der Gesamtkosten von rund 165 000 Euro zu Buche. Das Geld kam durch Spenden, aber auch durch Denkmalfördermittel des Landes NRW und der regionalen Kulturförderung des LVR zusammen. Die alten Bleiglasfenster mit den bunten Scheiben waren verbeult und undicht. Sie wurden nach und nach ausgebaut und in einer Spezialwerkstatt in Linnig gereinigt und saniert, das Randblei wurde ersetzt. Schwitzwasserrinnen sollen künftig dafür sorgen, dass keine Feuchtigkeit mehr die Wände herunter läuft. Die Fensteröffnungen der Kirche mussten während der Zeit provisorisch verschlossen, die Orgel eingepackt werden, damit der Staub der Sanierung dem Instrument nicht schadet. Ein Gerüst im Innenraum half auch bei der Sanierung der Säulenkapitelle.

Die Feinarbeit folgt jetzt noch. Die dreifarbigen kunstvollen Kapitelle der Säulen müssen noch restauriert werden, ebenso die Taube am Schalldeckel der Kanzel, das Symbol des Heiligen Geistes. Das Blattgold ist etwas abgeblättert und wird - wo nötig - erneuert. Jede Maßnahme muss genau überlegt und abgestimmt werden - das ist es aber auch, was für die Architektin Spaß macht an der Denkmalrestaurierung: "Man muss sich immer einarbeiten und für jedes Problem eine Lösung suchen."

(RP)