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Leichlingen: Zwangsversteigerung in der Balker Aue

Leichlingen : Zwangsversteigerung in der Balker Aue

Das Areal an der Landstraße 359 in Balken, das einmal ein florierendes Gewerbegebiet werden sollte, kommt jetzt unter den Hammer – die Zwangsversteigerung erfolgt in mehreren Häppchen.

"Das Areal an der Landstraße 359 in Balken liegt fast brach. In diesem Gewerbegebiet hat sich bisher nur die Firma Top-Immobilien angesiedelt. Außerdem gibt es dort noch ein paar Lagerhallen und ein paar Anhänger, die abgestellt worden sind. Das war es aber auch schon." So lautete im November 2008 die Berichterstattung über das Gewerbegebiet an der Landstraße 359 in der Balker Aue.

Im März wird es nun zur Zwangsversteigerung des Gebiets kommen –aufgeteilt in verschiedene Bereiche. Um 9 Uhr kommt am Amtsgericht in Opladen das so genannte Flurstück 201 unter den Hammer. In der Beschreibung heißt es dabei unter anderem: "Zirka 3715 Quadratmeter Ackerland und 2949 Quadratmeter Grünland/Wupperwiese mit Wupperobergraben, letztere Fläche ist Landschaftsschutzgebiet. Im Altlastenverdachtsverzeichnis ergeben sich in Bezug auf das gesamte Grundstück Anhaltspunkte für verschiedenartige Altlasten."

Hauptgläubiger in bezug das auf einen Verkehrswert 18 000 geschätzte Grundstück ist die Stadt Leichlingen, die nach RP-Informationen ausstehende Grundsteuern eintreiben will.

Eine Stunde nach dem ersten Versteigerungstermin steht ein weiterer an, dann geht es um das mit einem Bürohaus bebaute Grundstück Oskar-Erbslöh-Straße 60, einschließlich des vorhandenen Baulands für Wohnbaufläche und diversem Grünland. Verkehrswert hier: 925 000 Euro.

In dem Fachgutachten dazu heißt es unter anderem: "Die Bewertung der Gebäude erfolgte nach äußerem Anschein, da der Sachverständigen und ihrem Kollegen kein Zutritt gewährt wurde." Dennoch heißt es weiter: "Die Verkehrsanbindung sowohl an Autobahnen und Schnellstraßen, als auch an öffentliche Verkehrsmittel ist gut." Das Ganze sei "als Wohnlage geeignet; als Geschäftslage geeignet".

Gleichwohl hatten sich die Ansprüche, die sowohl Stadt als auch Grundstückseigentümer an das gebiet gestellt hatten, offenbar nicht erfüllt.

So betonte noch im Jahr 2009 der Leichlinger Stadtrat: "Einer Wohnbebauung an der Landstraße 359 in Balken wird zugestimmt." Für das Gewerbegebiet hatten sich offensichtlich nicht genug Firmen interessiert.

Noch einige Monate zuvor hatten die Politiker den Flächennutzungsplan "Balken/westlich L 359" erweitert, um Betrieben das Gewerbegebiet Balken schmackhaft zu machen. Doch in der Ratssitzung sah das dann alles ganz anders aus. Zumal bis dahin auch die Frage des Hochwasserschutzes im Gewerbegebiet zwischen der Landstraße 359 und der Wupper noch nicht geklärt war.

Im jetzigen Wert-Gutachten ist übrigens gleich mehrfach von Anhaltspunkten auf altlastenverdächtige Flächen die Rede: Zum einen handele es sich um Altablagerungen sowie Verfüllungen des ehemaligen Wupperobergrabens. In den Jahren 1989/1990 seien Bodenuntersuchungen im Bereich des Wupperobergrabens durchgeführt worden, die jedoch für die derzeitige Nutzung keine unmittelbare Gefahr darstellten – "solange keine Umnutzung der betroffenen Fläche stattfindet".

Außerdem sei die ehemalige Betriebsstätte eines Industriefilterreinigungsunternehmens selbstverständlich von Altlasten betroffen. Es wird aber weiter ausgeführt: "Ob und inwieweit die Kontaminationen wertrelevant sind, kann nur unter Hinzuziehung eines Sachverständigen zur Beurteilung von Schäden mit wassergefährdenden Stoffen beziehungsweise Altlasten entschieden werden."

(RP)