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„Zur alten Post“ in Leichlingen wird vor dem Verkauf nicht saniert

Einem Denkmal droht Verfall : „Zur alten Post“: Keine Sanierung vor dem Verkauf

Der Investor sichert die ehemalige Gaststätte im historischen Witzheldener Ortskern vor dem Verfall. Parallel wird ein Käufer für das denkmalgeschützte Gebäude gesucht, das für 295.000 Euro angeboten wird.

„Die BWL klagt an: Ein Denkmal in Witzhelden verfällt“. In der vergangenen Woche hat die Bürgerliste Witzhelden-Leichlingen ihren Unmut darüber kundgetan, dass das unter Denkmalschutz stehende Gebäude des ehemaligen Restaurants „Zur alten Post“ im Ortszentrum zusehends verfalle und „der ehemals schmucke Gebäudekomplex“ mittlerweile einem Schandfleck gleiche“. Und weiter heißt es: „Bereits mehrfach hat die BWL die Verwaltung beauftragt, den jetzigen Eigentümer aufzufordern, seiner Pflicht, dieses historische Gebäude zu erhalten, nachzukommen. Aber nichts geschieht. Abgefallene Regenrinnen, ein eingesunkenes Dach, völlig morsche Fenster… Hier muss die Verwaltung endlich tätig werden, um zu verhindern, dass ein Erhalt eines Tages nicht mehr möglich ist“, so die Forderung der Politik.

Das Fachwerkhaus war 2015 gemeinsam mit dem angrenzenden Areal an die Opladener HHH Bau und Sanierung GmbH verkauft worden, aktuell entstehen dort Wohnungen. „Es ist richtig, dass wir die Alte Post verkaufen wollen“, bestätigt Geschäftsführer Hans-Hugo Hungerberg auf Nachfrage. Derzeit werde das Haus mit Grundstück für 295.000 Euro angeboten. Es gebe bereits Interessenten, mit einem davon habe es bereits Gespräche vor Ort einschließlich Bauamt und Denkmalschutzbehörde gegeben.

Ganz klar ist für den Investor: „Wir werden an dem Gebäude nichts mehr machen!“ Zugleich sicherte er aber zu, dass das alte Gebäude nicht abgerissen werde. „Schließlich steht es unter Denkmalschutz, deshalb geht das gar nicht. Wir sorgen dafür, dass es nicht verfällt, schon allein deshalb, damit es verkäuflich bleibt.“ Das Problem für den Bauunternehmer ist an dieser Stelle vor allem der Denkmalschutz: Die Kosten für Sanierungen seien unter den Auflagen sehr hoch, jeder einzelne Schritt müsse mit der Behörde abgesprochen und genehmigt werden. „Sie können nicht einfach ein kaputtes Fenster austauschen. Das vorhandene muss repariert werden“, nennt Hungerberg ein Beispiel.

Für einen Käufer bedeute das, dass zum Kaufpreis auch hohe Kosten für die Sanierung  hinzukämen. Rein zeitlich gesehen müssen laut Bauunternehmer außerdem erst die Neubauten auf dem ehemaligen Kirmesplatz fertigwerden, um mit der Sanierung der „Alten Post“ beginnen zu können, damit sich die Bauarbeiten nicht gegenseitig behindern. „Ich rechne mit der Fertigstellung der Wohnungen Mitte 2021“, kündigte Hungerberg an.