Leverkusen: Zivilcourage-Orden für Wolfgang Bosbach

Leverkusen: Zivilcourage-Orden für Wolfgang Bosbach

Ehrung durch die Bürgergesellschaft Köln-Thielenbruch – Die Laudatio hielt Bundestagspräsident Norbert Lammert

"Seine Argumente sind stets profund. Er ist ein Vollblut-Politiker. Er steckt mit seiner Begeisterung an." Mit so viel Lob überhäufte Professor Dr. Herbert Dürwen am Samstag einen Mann: Wolfgang Bosbach, seit 19 Jahren für die CDU des Rheinisch-Bergischen Kreises im Bundestag. Am Samstag wurde dem Politiker eine besondere Ehre zuteil. Bosbach bekam den Orden "Zivilcourage und Charakter" der Bürgergesellschaft Köln-Thielenbruch – überreicht vom Vorsitzenden Dürwen.

Den bisher sieben Geehrten gehören unter anderem der ehemalige Sowjetpräsident Michail Gorbatschow, Kardinal Karl Lehmann und der Politiker Friedrich Merz an. Die Laudatio hielt Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Er freue sich immer wieder über Ehrungen und Geburtstage, bekannte Lammert. Die seien wesentlich angenehmer als Bundestagssitzungen und Parteitage. Bosbach attestierte er, "dass wir seit 20 Jahren unfallfrei zusammenarbeiten". Die beiden verbinden gemeinsame Interessen. Unter anderem erwähnte der Bundestagspräsident den Fußball. "Wir haben in der Bundestags-Mannschaft gespielt." Nur eine Leidenschaft von Bosbach kann Lammert nicht nachvollziehen. "Du bist oft in Talk-Shows" sagte er unter allgemeinem Gelächter. Bosbach vereine Intelligenz und Frohsinn, so Lammert. "Da gibt es in der Politik nur wenige."

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Mit Bewunderung stellte Lammert fest, dass der Geehrte immer mit erstaunlichen Mehrheiten in den Bundestag gewählt worden sei. Da sei er schon fast etwas neidisch, fuhr der Bundestagspräsident fort. "Ich habe im Ruhrgebiet einen wesentlich schwereren Stand." Was ihm aber besonders imponiere, schloss Lammert seine Laudatio "dass Wolfgang Bosbach stets seinen Wertvorstellungen treu geblieben ist". Das ein oder andere von Norbert Lammert sei wohl übertrieben gewesen, erwiderte der Geehrte. "Aber gehört habe ich es gerne."

Ihm sei oft das Etikett Euro-Rebell verpasst worden, sagte Bosbach, der mit seiner Familie zur Ehrung gekommen war. "Heute gilt man schon als Rebell, wenn man bei seiner Meinung bleibt." Was er sage, sei nicht alternativlos. "Man muss aber seiner Meinung treu bleiben können." Bosbach bekennt sich auch zum rheinischen Katholizismus, den er folgendermaßen definiert: "Man kann hier unten so leben, dass man oben gerade so reinkommt." Musikalisch wurde das Fest vom Klaus Osterloh Jazz-Quintett und dem kleinen Kinderchor unter der Leitung von Dr. Jürgen Dahlberg gestaltet.

(bo)
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