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Leichlingen: Ziegwebersberg-Anhörung: Anwohner streiten für Asphalt

Leichlingen : Ziegwebersberg-Anhörung: Anwohner streiten für Asphalt

Schwarz wollen die Anwohner von Birken-, Eichen- und Tannenstraße am Ziegwebersberg jetzt sehen, will heißen: Sie wollen eine Asphaltdecke und keine Pflasterung. Das war das eindeutige Votum bei der Bürgeranhörung am Mittwochabend.

Tiefbauamtsleiter Jürgen Scholze bat diejenigen unter den etwa 80 anwesenden Anwohnern, im Ratssaal aufzustehen, die für die Straßensanierung mit Schwarzdecken votieren. Das Ergebnis war eindeutig: Bis auf einige anwesende Kommunalpolitiker, die nicht Anwohner dieser Straßen sind, stand plötzlich die gesamte Zuhörerschaft auf. Dabei seinen nicht mal alle Betroffenen eingeladen worden, sagte eine Anwohnerin von der Tannenstraße. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda habe zwar noch ein Teil der Tannenstraßen-Anlieger von der Bürgeranhörung erfahren. Die offizielle Einladung der Stadt sei dort aber nicht verteilt worden.

Der Tiefbauamtsleiter räumte diesen Fehler ein und versprach, das Protokoll der Anhörung mit der Information über die geplante Baumaßnahme auch an die Anwohner der Tannenstraße zu verschicken. "Wir bauen für die Bürger", sicherte Scholze auch weiterhin die Möglichkeit zu, dass die Anwohner in den Planungsprozess eingreifen können. Dazu wurden Listen herumgereicht, in die die Anwohner auch ihre E-Mail-Adressen eintragen konnten, um von der Verwaltung auf dem Laufenden gehalten zu werden. Der allgemeine Wunsch nach Asphalt statt Pflaster ist nach der Bürgeranhörung bereits ein Hauptpunkt der Neuplanung. Besonders eindrucksvoll schilderte eine junge Mutter aus der Ahornstraße die Probleme gepflasterter Straßenoberflächen: "Die Straße ist ein einziger Wellengang und im Winter sehr glatt. Für alte Leute mit Rollatoren und Kinder mit Inlinern ist das ein einziges Gerumpel und Geholper." Außerdem habe im Vergleich dazu die Schwarzdecke auf der Lerchenstraße schon 60 Jahre gehalten, das Pflaster auf der Ahornstraße nur ganz kurze Zeit.

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Seitens des Ingenieurbüros wurden zwar als Vorteile einer Straßenpflasterung aufgeführt, wenn die Pflasterarbeiten gut gemacht würden, seien sie nicht teurer als eine Asphaltdecke. Außerdem müsse man bei einer gepflasterten Straße nicht immer gleich die gesamte Decke abfräsen, wenn beispielsweise Schäden in den Leitungen behoben werden müssten. Die Anwohner blieben aber bei ihrer Ablehnung.

Kritisch sehen die Anwohner der Birkenstraße auch die vorgelegten Pläne eines geordneten Parkens mit neu angelegten Parkbuchten. Sie fordern stattdessen den Erhalt des Siedlungscharakters mit dem Grünstreifen in der Mitte der Straße sowie die Möglichkeit, auch weiterhin ihre Pkw vor den Häusern abstellen zu können. "Ich kann damit leben", sagte Scholze auch aus Sicht des Ordnungsamtes und fügte hinzu: "Sie sind alle erwachsen. Wenn der Nachbar Sie zuparkt, gehen Sie halt bei ihm klingeln."

(RP)