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Wupperbrücke bei Leichlingen: Nächste Woche wird der Beton gegossen

Wupperbrücke bei Leichlingen-Nesselrath : Nächste Woche wird der Beton gegossen

Der Bau der Wupperbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath ist auf einem guten Weg. Am Mittwoch ist ein „entscheidender Moment“ erreicht: Die Betonmischer rücken an. Im Frühjahr könnte die Brücke freigegeben werden.

Zwei Kräne, der eine steht auf Solinger Seite, der andere auf Leichlinger Gebiet, liefern den Bauarbeitern Material an. Auch unterhalb der Konstruktion werden Teile zugeschnitten. Mehr als ein Dutzend Bauarbeiter sind am Dienstag auf den Stahlträgern der neuen Wupperbrücke zwischen Haasenmühle und Nesselrath unterwegs. Die Stahlträger bilden das Traggerüst, darauf liegt die Holzschalung. „Und hier werden derzeit die Bewehrungsstähle mehr oder weniger reingeflochten“, erläutert Detlef Diekel. Der Projektleiter der Technischen Betriebe Solingen (TBS) ist mit dem Baufortschritt zufrieden. „Es läuft ganz gut“, sagt Diekel im Gespräch mit unserer Redaktion.

Zumal in wenigen Tagen nun auch „der entscheidende Moment“ erreicht ist: Am kommenden Mittwoch, 18. November, wird den ganzen Tag Beton gegossen und somit die Bodenplatte verlegt“, kündigt Detlef Diekel an.

Feuchter Beton kommt dann in die Verschalung, ein Lkw nach dem anderen wird dann die Baustelle ansteuern und Beton abliefern. „Der Beton wird nicht nur reingepumpt, sondern muss auch verdichtet werden“, beschreibt der Projektleiter der Technischen Betriebe, „damit sich keine Hohlräume bilden. Das alles ist richtig viel Arbeit.“

Allerdings sollten am kommenden Mittwoch keine Minustemperaturen herrschen, die könnten unter Umständen den Betonguss doch noch verhindern. Doch dafür gibt es aktuell keine Anzeichen. Ist der Beton gegossen und damit auch ein neuer Brückenschlag zwischen Leichlingen und Solingen erfolgt, muss er zunächst eine gewisse Anfangsfestigkeit erreichen. Die neue Brücke besteht wie die alte aus Spannbeton. Das ist eine Variante des Stahlbetons mit einer zusätzlichen äußeren Längskraft. Diese wird durch gespannte Stahleinlagen aus hochfestem Spannstahl aufgebracht, die den Beton „zusammendrücken“. Dieser Vorgang wird laut Detlef Diekel voraussichtlich bis Ende des Jahres über die Bühne gegangen sein. 

Ist die Betonplatte auf der Brücke beziehungsweise auf den Widerlagern, können danach die Stahlbauträger, die bis zu 30 Meter lang sind, wieder herausgenommen werden. „Die Widerlager auf Leichlinger und Solinger Seite müssen schließlich noch hinterfüttert werden, an der Brückenplatte müssen noch Kappen für die Gehwege und Geländer angebracht werden“, fasst der Projektleiter weitere Arbeiten zusammen. Er geht zuversichtlich davon aus: „Ende März 2021 kann die neue Wupperbrücke befahren werden.“

Hintergrund: Im Juni 2017 musste die alte Brücke wegen großer Baumängel aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Im Zuge regelmäßiger Überprüfungen waren Risse unterhalb des aus den 1950er Jahren stammenden Bauwerks an den Stützen deutlich größer geworden. Eine Sanierung der Brücke hatten Experten ausgeschlossen.

Rund 58 Meter lang und 17 Meter breit wird der Brückenneubau bei Fertigstellung sein. Hochwasser hatte den Brückenneubau verzögert. Gut drei Monate ist der Bau deswegen in Verzug, so dass man sich vom ursprünglich geplanten Fertigstellungstermin Ende dieses Jahres verabschieden musste. „Durch Bauverzögerungen entstehen natürlich auch Mehrkosten“, räumt Detlef Diekel ein, ohne sie derzeit allerdings konkret beziffern zu können.

Beispielsweise muss die gemietete Behelfsbrücke, die den Verkehr zwischen Leichlingen und Solingen seit Dezember 2018 regelt, nun länger als zunächst geplant bezahlt werden. Nach Eröffnung der neuen Brücke wird die Behelfsbrücke wieder abgebaut.