Leverkusen: Witzheldenerin ist Ausbilderin des Jahres

Leverkusen : Witzheldenerin ist Ausbilderin des Jahres

Seit 30 Jahren arbeitet Barbara Weber beim Autozulieferer Federal Mogul. Seit 2006 bildet sie dort junge Menschen zu Industriekaufleuten aus. Jetzt wählte eine Fachjury der Industrie- und Handelskammer Köln die 50-Jährige zur Ausbilderin des Jahres 2011.

Witzhelden Die Glastrophäe steht in ihrem Büro, die Urkunde hängt an der Wand — nur den Blumenstrauß hat Barbara Weber mit nach Hause genommen. Doch obwohl die drei Gegenstände die 50-Jährige jeden Tag an den Ehrentitel erinnern, mit dem sie gerade ausgezeichnet wurde, ist ihr etwas anderes noch stärker in Erinnerung geblieben: "Am Tag nach der Preisverleihung hatte ich Geburtstag. Da haben meine Azubis mir einen ganz tollen Empfang im Unternehmen bereitet."

Es hat wohl auch mit der Herzlichkeit zu tun, die Barbara Weber ihren Auszubildenden entgegenbringt, dass die Industrie- und Handelskammer zu Köln sie jetzt zur "Ausbilderin des Jahres 2011" gewählt hat. Die 50-jährige Witzheldenerin setzte sich dabei gegen rund 70 Mitbewerber durch und wurde in einer feierlichen Zeremonie vor rund 150 Gästen geehrt. "Ein wenig komisch war das schon, dem Publikum mit einem Einspielfilm vorgestellt zu werden", räumt sie ein. Ein Hauch von Hollywood: "Aber irgendwie war's auch schön."

International und doch familiär

Seit fünf Jahren ist Barbara Weber Ausbilderin für Industriekaufleute beim Autozulieferer Federal Mogul in Burscheid — ein Ausbildungsberuf, den sie selber auch einmal erlernt hat. Damals, vor 30 Jahren, hieß das Unternehmen allerdings noch Goetze. "Heute sind wir ein international aufgestellter Betrieb, der sich aber die familiäre Atmosphäre erhalten hat", berichtet sie. Das schätzt die Witzheldenerin, und diese Mischung aus Weltläufigkeit und Bodenständigkeit versucht sie auch ihren zurzeit 15 Azubis zu vermitteln.

23 junge Leute hat Barbara Weber innerhalb von nur fünf Jahren erfolgreich zum Berufsabschluss geführt. Daneben lobte die Jury der IHK aber auch ihr Engagement in der Berufsausbildung von Behinderten. Außerdem gebe sie jungen Menschen in Form von Einstiegsqualilfizierung eine Chance, in die Berufsausbildung einzusteigen, und begleite die eigenen Auszubildenden zu besonderen Projekten wie etwa Fremdsprachenwettbewerbe.

Die hohe Qualität ihrer Arbeit zeigt sich aus der Sicht der Jury auch in der Tatsache, dass es keine Abbrüche gab und gleichzeitig fast ein Drittel der Azubis an Besten-Ehrungen teilgenommen hat.

"Aufgeschlossen und teamfähig" müssen die Bewerber sein, die Barbara Weber für Federal Mogul auswählt, "und ordentliche Schulnoten schaden auch nicht", wie sie sagt. Denn die Firma könne sich zurzeit noch den Luxus erlauben, auswählen zu können: "Bei uns herrscht kein Nachwuchsmangel."

Wer angenommen wird, findet in der Ausbilderin aus dem Höhendorf, die selbst eine 20-jährige Tochter hat, eine Ansprechpartnerin, die sich mit großem Engagement für ihre Azubis einsetzt. Und der man vertrauen kann. Das jedenfalls tun die Federal-Mogul-Azubis, wie Barbara Weber mit einem Lächeln erzählt: "Der eine oder andere lässt es mich sogar wissen, wenn er eine neue Freundin gefunden hat."

(RP/rl)
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