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Wirtschaftsförderungsverein Leichlingen gibt Streifenkalender heraus

Wirtschaftsförderungsverein Leichlingen präsentiert 24. Ausgabe : Ein Kalender fürs Klima

Seit mehr als zwei Jahrzehnten erscheint der Streifenkalender in der Blütenstadt. Dieses Mal kommt er mit einer besonderen Botschaft daher – die auch die Naturschützer von „Future for Leichlingen“ unterstützen.

Die Nachricht kommt aus Washington D.C. in den USA. Und doch dürfte sie auch im 6300 Kilometer entfernten Leichlingen für Begeisterung sorgen. Denn dass der nächste US-Präsident, Joe Biden, dem Pariser Klimaabkommen wieder beitreten möchte, nachdem der aktuelle, Donald Trump, dem Vorhaben und seinen Anhängern quasi die Zunge rausgestreckt hatte, passt zu den Plänen der Wiv GmbH. Diese gibt bereits zum 24. Mal einen Streifenkalender heraus, den sich Leichlinger kostenlos an verschiedenen Stellen in der Stadt abholen können, zum Beispiel bei der Kreissparkasse Leichlingen und Witzhelden, der VR Bank und bei der Stadtverwaltung. Auch die Wiv GmbH selbst legt ihn aus.

Die Hoffnung, dass der Kalender durch ein unbeschwertes Jahr 2021 begleitet, geht einher mit einer Art Warnung. Sein Titelblatt zieren nämlich Bäume aus dem Stadtbild; fotografiert hat sie der Leichlinger Hobby-Fotograf Hanno Wehner über viele Jahre hinweg, zum Teil im eigenen Garten. „Die Bilder sollen als kleiner Denkanstoß dienen“, sagt Brigitte Färber, sie betreut das Kalenderprojekt seit der ersten Stunde. „Die Natur ist in Leichlingen so präsent, wir erfreuen uns das ganze Jahr an ihr. Gleichzeitig sieht sie sich einer wachsenden Bedrohung durch den Klimawandel ausgesetzt.“ Jeder Einzelne sei dazu aufgefordert, etwas für den Umweltschutz zu tun – damit Szenen wie die verschneite Allee kein Zeugnis der Vergangenheit bleiben, sondern Kinder auch künftig in der Blütenstadt Schlittenfahren oder Eislaufen können.

Corona-bedingt habe sich an der Anzahl der Anzeigen im Kalender „zum Glück“ nichts verändert, wenn auch wie sonst immer wieder unterschiedliche Unternehmen Werbeflächen buchten (wodurch sich der Kalender am Ende finanzieren lässt). In der 24. Ausgabe stünden wegen der Pandemie aber weniger Termine; der Anhang mit einer Seite voller Veranstaltungserwähnungen sei dieses Mal nicht nötig gewesen. „Stattdessen steht zum Beispiel die Erinnerung an das Obstfest direkt im entsprechend Monat“, sagt Brigitte Färber. Auch das Zelebrieren der Ernte hänge am Ende mit dem Klimawandel zusammen.

Und um eben diesen sorgt sich auch die Initiative „Future for Leichlingen“. Schließlich solle die Blütenstadt ein lebenswerter Ort bleiben, wozu zwangsläufig auch Bäume gehörten. Dass etwa wegen der Neubaumaßnahmen in der Innenstadt auch Platanen am Rathaus weichen müssten gefalle ihnen gar nicht, sagt Ellen Lange, die sich in der Gruppe engagiert. „Das würde den Charakter der Baumreihe doch sehr verändern.“ Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, stellen die Mitglieder derzeit in den Schaufenstern des ehemaligen  Herrenmodengeschäfts in der Brückenstraße Fotos von Heinz Papst und dazu erläuternde Texte aus; der Leichlinger hat die „Schönheit der erhaltenswerten Natur“ festgehalten. „Klasse finde ich in dem Zusammenhang auch die Idee einer Bürgerin, statt sinnloser Weihnachtsgeschenke einen Familienstammbaum zu pflanzen“, erzählt Lange. Auch das helfe der Natur.

Denn die Hoffnung, dass sie sich am Ende doch retten lässt, möchten weder die lokalen Klimafreunde noch Brigitte Färber aufgeben. In 2020 zierte der Kalender Blüten, im neuen Jahr Bäume, und in 2022? Das bleibt eine Überraschung. „Aber die 25. Ausgabe, also unser Jubiläum, die schaffen wir ganz sicher“, betont Färber und sagt es mit einem solchen Optimismus in der Stimme, dass er noch in Washington D.C. zu hören sein könnte.