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Leverkusen/Witzhelden: Wirbel um Wasserbüffel an der Wupper

Leverkusen/Witzhelden : Wirbel um Wasserbüffel an der Wupper

Die am Wochenende am Opladener Altarm der Wupper ausgebrochenen Wasserbüffel aus Witzhelden sind wieder eingefangen. Doch der Wirbel um sie geht weiter. Die Stadt Leverkusen hat die weitere Nutzung der Weide untersagt.

Wenn Jeannette Eigen in diesen Tagen durch die Horch reitet, wird ihr manchmal immer noch ganz mulmig zumute. "Ich bin echt froh, dass die Büffel jetzt wieder weg sind", sagt die Reitstallbesitzerin von Gut Reuschenberg — nach diversen unliebsamen Begegnungen von Reitern und Spaziergängern zuletzt und einigem Ärger mit der Witzheldener Besitzerin der Tiere ist Eigen nur froh, "wenn ich damit nichts mehr zu tun haben muss".

Es waren mehrere Büffel und ein Kälbchen, die am Wochenende zwischen Wupper und Mühlengraben für Aufregung gesorgt hatten. Die Tiere mit den mächtigen Hörnern waren ausgebrochen. Sie standen plötzlich auf einer Weide des nahen Reiterhofes und verbreiteten unter Reitern und Spaziergängern einigen Schrecken. Einer berichtete aufgebracht, er sei derart heftig angeschnaubt worden, dass er dachte, sein letztes Stündlein habe geschlagen.

Respekt gegenüber dem mächtigen Hornvieh sei auch durchaus angebracht, bestätigte am Montag Bernhard Sonntag von der örtlichen Nabu-Naturschutzstation. "Ich würde mich zwar jederzeit auf die Weide wagen — meine Mitarbeiter aber schon nicht mehr", fügt er hinzu. Und ausgebrochene Tiere in fremder Umgebung reagierten unter Umständen noch einmal nervöser.

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Sonntag hat die Wasserbüffel aus Witzhelden zum Grasen an die Wupper geholt — sozusagen als vierbeinige Naturschützer, die die Vegetation kurz halten sollen. "Die Besitzerin konnte die Tiere bei sich nicht mehr unterbringen, und uns kamen sie gerade recht", berichtet Sonntag.

Doch vor einigen Tagen hat er von der Bodenschutzbehörde der Stadt Leverkusen die Nachricht bekommen, die Büffel müssten weg. "Dabei findet die untere Landschaftsbehörde, die auch bei der Stadt angesiedelt ist, unser seit 2011 laufendes Projekt gut", sagt er. Daher wolle er nochmal das Gespräch suchen.

Vom Ausbruch der Tiere erfuhr der Nabu-Experte übrigens erst durch unsere Zeitung. Da waren die Büffel von der Pferdekoppel schon wieder abgeholt — bis es soweit war, hatte Jeannette Eigen jedoch schon jede Menge Nerven gelassen. Denn die Witzheldener Besitzerin der Tiere habe sich "absolut uneinsichtig" gegeben. "Sie hat gesagt, jemand habe den Weidezaun durchgeschnitten, sie habe aber bis zum Mittag des folgenden Tages keine Zeit, und ich solle mir etwas einfallen lassen, wie ich die Büffel auf unserer Pferdeweide sicher abgrenze."

Von Hornvieh hat Jeannette Eigen jedenfalls erst einmal genug.

(RP/ac/anch)